Balan Wonderland – Verkaufszahlen zeigen, dass es keine Nachfrage zu durchschnittlichen Maskottchen-Platformern mehr gibt

Yuji Naka ist der Kopf hinter Balan Wonderland, einem 3D-Platformer, der an Nakas frühere Erfolge wie den Sonic The Hedgehog-Titeln auf der Sega Mega Drive und Nights into Dreams anknüpfen sollte. Und mit Square Enix als Publisher hätte da doch eigentlich nichts schief gehen können, oder? Dem Spieler wurde ein buntes Abenteuer direkt aus dem goldenen Zeitalter der Jump’n’Runs, den 90ern, angeboten; eine Zeitperiode, wo nicht nur Mario und Sonic munter in ihren Leveln und Stages rumturnten, sondern auch Spyro, Crash Bandicoot, Banjo-Kazooie, Gex, Bubsy, Ristar, Alex Kidd, Glover, Croc und viele weitere Figuren die Welt der Videospiele bereicherten. Inzwischen setzt die Welt der Videospiele auf eine realistischere und auch düstere Atmosphäre, welche all die überzeichneten Platform-Helden (mit Ausnahme des übermächtigen Super Mario und Sonic, der noch immer von seinem damaligen Erfolg zehrt) in eine Nische drängt. Deshalb sind Erfolge in diesem Genre eher im Indie-Bereich (z.B. A Hat in Time) und durch Neuauflagen (z.B. Spyro Reignited Trilogy) zu verorten oder dienen seit Neuestem als Demo-Vorstellung der NextGen-Konsolen (Astro’s Playroom).

Balan Wonderland hat keine guten Wertungen erhalten, wodurch man bestenfalls eine durchschnittliche Spielequalität erwarten kann, doch wir erinnern uns: Cyberpunk 2077 erhielt ebenfalls negative Kritiken, wurde aber dennoch zum Verkaufsschlager – der Grund dafür war der enorme Hype hinter dem Titel und das übermäßige Interesse hinter den Zockern, das Spiel endlich in den Händen zu halten. Balan Wonderland hingegen wurde trotz Square Enix und Yuji Naka im Rücken kaum Beachtung geschenkt: In Japan wurden insgesamt weniger als 2.000 Discs des Spiels verkauft und auch auf Steam zählt das Spiel nur 70 Bewertungen (Prädikat: Ausgeglichen). Der Titel ist keinesfalls ein gutes Spiel, aber die Reaktion darauf zeigt, wie die breite Masse zu dem Genre steht: größtenteils Desinteresse.

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger