A Way Out PS4 Review – Holprige Couch Co-Op Action

Nach Brothers – A Tale of Two Sons bringen uns Josef Fares und sein Team mit A Way Out einen weiteren Co-Op Ableger, der euch im online und Couch Co-Op einen Gefängnisausbruch nachstellen lassen will. Wie gut das in der Praxis aussieht und was der Titel sonst so zu bieten hat, könnt ihr wie immer hier im Test nachlesen.

Tommy Wiseau wäre stolz

Im Gegensatz zu The Room bietet A Way Out doch eine durchdachte Geschichte, die für einen Indie Titel überraschend gut umgesetzt wurde. Wir bekommen in den guten 5-7 Stunden an Spielzeit etwas an Informationen zu den beiden Hauptcharakteren und ihren Motiven serviert und man will eigentlich bis zum Schluss dran bleiben um zu erfahren wie die Geschichte ausgeht. Bei den Animationen und den Interaktionen mit den einzelnen Nebencharakteren muss man dann aber wieder in Erinnerung behalten, dass es sich hier um keinen Vollpreis-Titel handelt. Vor allem ist die erste Abschnitt im Gefängnis selbst sehr schwach ausgefallen mit wiederholten Aufgaben, die man bereits aus Brothers – A Tale of Two Sons kennt und mehrmaligen freizügigen Anspielungen die teilweise direkt aus dem Skript eines B-Movies entspringen könnten. Später im Spiel steigt der Action-Gehalt und die Möglichkeiten in Sachen Charakterentwicklung und Gameplay-Vielfalt aber dafür gerät die eigentliche Geschichte etwas in den Hintergrund. Die hölzernen Animationen und die teilweise grenzwertigen Dialoge machen es nicht wirklich leichter ohne ein leichtes schmunzeln den beiden Charakteren auf ihrem Abenteuer zu folgen.

A Way Out PS4 Pro Couch Co-Op Cerealkillerz

Wie bereits erwähnt, hält sich der erste Abschnitt des Spiels sehr an die bereits etablierten Mechaniken aus dem letzten Spiel des Studios. Wiederholende Quick-Time-Events und das abwechselnde gezielte Timen von ein bis zwei Buttons machen hier den Großteil der Herausforderungen aus. Danach hat Josef Fares sein E3-Versprechen von „You’re gonna be able to do a lot of stuff“ teilweise in die Tat umgesetzt. Einige Szenen werden mit Mini-Games wie Pferdehufe schmeißen und Dart spielen aufgelockert, während man im nächsten Event versucht Army of Two oder auch Uncharted Konkurrenz zu machen, entsprechend der Manpower inklusive der vorhandenen Ressourcen des Teams. Die Szenen erreichen nicht einmal ansatzweise die Immersion die man aus den beiden genannten Titeln gewohnt ist und fühlen sich absolut deplatziert an. Hier hätte man generell kurze Cutscene-Einspielungen einbauen können und dafür mehr Zeit und Geld in die Charaktere selbst und deren Animationen stecken können. So enden viele Szenen leider wie die spielerische Version eines B-Movies. Nichtsdestotrotz bleibt A Way Out wirklich ein einmaliges Erlebnis. Der Couch+Online Co-Op und die Tatsache, dass in beiden Fällen eigentlich nur ein Spieler das Spiel benötigt machen viele der negativen Punkte wieder gut. Prinzipiell bleibt auch der ewige Co-Op Spaß Faktor vorhanden: Jedes Spiel macht gemeinsam Spaß. Egal wie schlecht ein Titel im Endeffekt ausfällt, mit den richtigen Co-Op Partner kann man einiges auch aus durchschnittlichen Spielen herausholen.

Screenshot A Way Out Cerealkillerz

Die vielen Nebenaktivitäten und Versuche mehrere Genres miteinander zu kombinieren, sind der Hauptgrund warum der Titel scheitert. Nichts davon fühlt sich richtig oder generell gut umgesetzt und zieht einem immer wieder aus der eigentlich recht gelungenen Geschichte heraus. Vom simplen Gameplay über die schwachen Charakter-Animationen sind es viele Kleinigkeiten die A Way Out daran hindern sein volles Potenzial auszuschöpfen. Die generelle Idee hinter dem Projekt ist definitiv innovativ und verspricht auch ein spannendes Co-Op Abenteuer, nur hat das Studio hier oftmals ihre Möglichkeiten etwas überschätzt und wesentliche Bereiche vernachlässigt.

Fazit

A Way Out ist gelungener Co-Op Spaß für einen amüsanten Abend auf der Couch oder Online mit Freunden, der leider oftmals versucht zu viel in ein Spiel zu packen und dabei die wesentlichen Elemente wie Storytelling und Gameplay vernachlässigt. Wer mit vielen kleinen Schönheitsfehler leben kann, wird mit dem Titel dennoch seinen Spaß haben und die Tatsache, dass der Titel offline und online im Co-Op spielbar ist bleibt weiterhin eine lobenswerte Entscheidung des Entwickler-Teams.

Positiv

+ Couch und Online Co-Op grandios umgesetzt

+ Interessante Geschichte und Charakterentwicklung

Negativ

– Hölzerne Animationen

– Teilweise Dialoge die an einen B-Movie erinnern

– Viele Bereiche nicht gut genug umgesetzt

– Schwaches Gameplay

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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