A Hat in Time PS4 Review – 3D Plattformer-Qualität für alle ohne Switch?

Kein Schnurrbart, keine rote Mütze und keine goldenen Münzen. Stattdessen spielen wir ein kleines Mädchen mit Raumschiff und Regenschirm, das auf der Suche nach ihren „Time Pieces“ und nicht nach Sternen oder Monden ist. Überhaupt erhält besagtes Mädchen nie einen richtigen Namen, sie wird immer mit „Some Girl“ angesprochen und auch sonst erfährt man rein gar nichts über ihre Herkunft. Also keine rosa Prinzessin und kein Bruder, der die selben Klamotten in Grün trägt. Bezüglich des Aussehens ist das überhaupt eine interessante Sache: Man kann ständig die Haarfarbe der Protagonisten ändern und die sechs Hüte, die man im Laufe des Spiels findet, können auch in ihrem Aussehen modifiziert werden.

Hier zu sehen mit einer rosa Katzenohrenmütze, die davor eine Weihnachtsmütze und vor dieser eine blaue Haube war.

Die Fähigkeiten besagter Hüter ändert sich jedoch nicht. Der Basishut zeigt das Ziel an und durch den Sprinthut kann man schneller laufen. Dann gibt es noch einen zum Bombenwerfen, einen für die Eis-Stampfattacke, sowie einen zum Materialisieren von Pattformen und einen weiteren der sogar die Zeit für kurz anhalten kann. Auf die Hüte selbst kann man bis zu drei Badges heften, die zusätzlich eure Fähigkeiten verbessern. Ihr werdet auch alle Hilfe brauchen, die ihr kriegen könnt, denn während die Levels, eingeteilt in 4 Welten (Mafia-Insel, Filmstudio, verfluchter Wald und Gebirgsdorf), nicht sehr knifflig sind, steigt der Schwierigkeitsgrad bei den Bosskämpfen steil an. Die Endbosse brauchen nämlich definitiv mehr als 3 Schläge bis zum KO und besitzen verschiedene Angriffsmuster. Außerdem bietet das Spiel noch reine, abstrakte 3D Plattforming-Level an, die man auch aus diversen Super Mario Titel kennt.

Während man bei Mario schon vor dem Kauf weiß, wie die Story aussehen wird (Bowser kidnappt Peach, Mario wird auf seinen Abenteuer von einem neuen Begleiter unterstützt, Luigi macht gar nix), ist die Story von A Hat in Time ein wenig spannender gestaltet. Man trifft zu Beginn auf Moustache Girl und wird von dieser verraten, weil es die geheimen Kräfte der „Time Pieces“ entdeckt und darauf folgt ein Wettlauf durch die verschiedenen Welten, welche von urkomischen und manchmal auch furchteinflößenden Gestalten bewohnt wird.

Allein schon das Wesen in der verlassenen Villa sollte dem Spiel eigentlich ein FSK16 einbringen

Ein gutes Beispiel für die Komik im Spiel wäre das Level, indem ein Mord in einem Zug passiert und Krähen die Protagonisten nach persönlichen Informationen befragen. So fragt eine Krähe, für welchen Körperteil man sich selbst am meisten schämt. Gibt man hier nun Beine (Legs) ein, kann man die Krähen später an einem Tisch sitzen sehen während eine brüllt: „Und habt ihr ihre hässlichen BEINE gesehen!“ und dann lachen alle laut.

Der bizarre Humor ist nicht selten im Spiel zu finden.

A Hat in Time ist leider nicht so geschliffen wie sein großer Bruder Super Mario Odessey: Glitches und Grafikfehler trüben ab und zu den Spielfluß und man merkt, dass den Programmieren am Ende die Zeit ausging, weswegen die vierte Welt sich überhastet zusammengestellt anfühlt. Denoch wird all das durch die witzigen Charaktere, die atmosphärischen Level und die simple, aber großartige Spielmechanik wieder wett gemacht. Für ein Kickstarter-Projekt an dem ursprünglich nur eine Person gearbeitet und aufgrund des Arbeitsaufwands freiwillige Programmierer aus aller Welt hinzugezogen werden mussten, wird aber einiges geboten und Zocker können locker bis zu 20 Stunden für 100% im Spiel investieren. Insgesamt wird es wohl nicht für „Bester Plattformer des Jahres“ reichen, aber der zweite Platz ist für A Hat in Time sicherlich auch eine ausgezeichnete Platzierung.

 

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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