Yakuza Zero PS4 Review – Wie alles begann

Wir wagen uns zum ersten mal wirklich ausgiebig in die Welt von Yakuza und verraten euch, ob Yakuza 0 wirklich ein guter Einstieg für Neulinge, in die doch umfangreiche Spiele-Serie aus Japan ist.

Hideo Kojima könnte neidisch werden

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots wird natürlich niemand so schnell an Cutscenes übertreffen, aber Yakuza Zero hält hier auch recht gut mit im Rennen um die meisten Zwischensequenzen. Für Fans von ausgiebig erzählten Geschichten natürlich absolut nichts schlechtes. Ich muss gestehen, die Yakuza Reihe ist bisher an mir etwas vorübergegangen. Die ersten Anspiel-Möglichkeiten haben sich mir erst letztes Jahr auf der Tokyo Game Show geboten mit Yakuza 6, wo bereits in der Demo-Version deutliche Unterschiede zu Zero erkennbar waren. Hier liegt auch das größte Problem, mit dem die Serie hier im Westen zu kämpfen hat: Die Lokalisierung. Es gibt zwar einige Sega Fans die seit Jahren dran bleiben, dass die Yakuza Ableger auch relativ zeitnah bei uns erscheinen, aber wirklich durchsetzen konnte sich die Serie bei uns bisher noch nicht. Yakuza Zero soll hier erstmal Abhilfe schaffen und vor allem Neueinsteigern einen leichten Einstieg bieten. Auch wenn ihr hier mit einer Masse an Cutscenes und Story überschwemmt werdet, lernt man in Zero wohl die einzelnen Charakter die die Yakuza Spiele ausmachen am besten kennen. In den frühen Anfängen begleitet ihr den jungen Kiryu und Majima auf ihren holprigen Wegen zum Auf- und Einstieg innerhalb der Yakuza. Die Dialoge sind weiterhin nur in der originalen japanischen Sprachausgabe integriert, also heißt es Untertitel lesen. Trotzdem zieht euch die Story bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann und liefert einen ideal Einstieg in die Welt von Yakuza. Neben den unzähligen Brawler-Einlagen zu denen wir im Gameplay-Bereich noch kommen, habt ihr auch Unmengen an Nebenaufgaben und Entertainment für zwischendurch. Für alle die schon eine Reise nach Japan hinter sich haben, werden die vielen Mini-Games nichts neues sein. Von Sega Spielhallen über Karaoke Bars, bietet die Yakuza Reihe alles was das reale Nachtleben von Tokyo auch zu bieten hat und vieles mehr. Die Straßen wirken lebendig, auch wenn das gesamte Spiel doch etwas limitiert wirkt und in vielen Bereichen  eher wie ein HD Remake eines PS3-Spiels aussieht.

Screenshot Yakuza Zero

Der klassische Brawler

Egal ob ihr lieber die Geschichte des Spiels verfolgt oder euch mit den unzähligen nebensächlichen Entertainment auseinandersetzt, ihr werdet euren Spaß haben. Dazwischen setzt Yakuza Zero aber leider nicht wirklich neue Maßstäbe in Sachen Gameplay. Die Brawler-Mechaniken sind anfangs recht witzig, aber sobald ihr euch für einen der drei verschiedenen Kampfstile entschieden habt, wird es recht monoton. Es lassen sich zwar in der letzten Variante sogar Gegenstände auf die Gegner werfen, aber auch das wird nach relativ kurzer Zeit sehr anstregend. Vor allem die ständigen Herausforderungen auf den Straßen der einzelnen Bezirke wirken nach einiger Zeit eher nur noch lästig. Zum Glück sind die Kämpfe in der Hauptgeschichte und die einzelnen Boss-Kämpfe etwas gelungener ausgefallen. Hier überzeugt Yakuza wieder mit jeder Menge Humor und viel roher Gewalt. Von Köpfen die in Pissoirs wandern, über Filmreife Actionszenen ist alles mit dabei. Trotz aller Seriosität der Serie, kommen immer wieder einige japanische Eigenheiten durch.

Money Yakuza Zero PS4

Viele der Mini-Games lassen sich auch online spielen, wie Bowling, Poker und auch Virtual Fighter, aber auch hier sollte man den Fokus auf den Singleplayer nicht vergessen. Die unzähligen Mini-Spiele sind nette Ablenkungen für Zwischendurch, aber der Kern von Yakuza liegt weiterhin auf der umfangreichen Einzelspieler-Erfahrung die in Yakuza Zero wirklich gelungen ist.

Screenshot Karaoke Yakuza

Fazit

Yakuza Zero hängt zwar grafisch weit hinter den aktuellen Ablegern der Serie, bietet aber dennoch einen großartigen Einstieg in die Serie für Neulinge und liefert einiges an Informationen zu den beliebten Charakteren der Serie. Falls euch eine ausgefallene Singleplayer-Erfahrung nicht reicht, bietet der Titel auch Unmengen an Mini-Spielen und Multiplayer Modi als Zeitvertreib, der Fokus bleibt aber weiterhin auf die Hauptgeschichte des Spiels.

Positiv

+ Gelungener Einstieg für Neulinge der Serie

+ Großartige Story

+ Unzählige unterhaltsame Mini-Spiele und Nebenaufgaben

Negativ

– Gameplay sehr repetitiv

– Grafisch an vielen Stellen veraltet

– NPC Dialoge teilweise sehr schwach ausgefallen

 

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

Blogheim.at Logo