Wipeout: Omega Collection PS4 Review – PlayStations Antwort auf F-Zero

Entwickler: Clever Beans, EPOS Game Studios & Sony XDEV Europe
Genre: Rennspiel
Platform: PS4
Veröffentlichungsdatum: 7. Juni

Kurz vor der E3 brachte Sony mit der Omega Collection die Rennspiel-Serie Wipeout zum ersten mal auf ihre aktuelle Konsole und dürfte vielleicht durch den Wirbel um die Spielemesse ein wenig in Vergessenheit geraten sein. Dabei war die Rückkehr des Klassikers von vielen PS4-Fans erwünscht und auch ich freute mich darauf, die Serie etwas näher kennen zu lernen. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden und die Kollektion euer Geld wert ist erfährt ihr wie gewohnt hier.

Was bietet die Collection?

Da ich bis jetzt nie ein Wipeout-Spiel gekauft hatte, kam ich mit einer frischen Perspektive in die Serie und erwartete, dass diese Kollektion ein guter Einstieg für Neulinge sei. Als Nintendo-Fan ist der F-Zero-Vergleich offensichtlich, außerdem kam heuer mit Fast RMX ein ähnlicher Konkurrent für die Nintendo Switch auf den Markt. Für PlayStation-exklusive Spieler herrschte im Future-Racing-Genre jedoch lange Zeit eine Flaute, aber jetzt nicht mehr. Knackige 35€ verlangt der PSN-Store im Moment für dieses Remaster-Paket der Wipeout-Serie. Dafür bietet sie jedoch mit Wipeout 2048, Wipeout HD und Wipeout Fury ein Bündel von 3 Spielen, wobei letzteres eher als Erweiterung gezählt werden kann, aber dazu später mehr.

Der erste Eindruck

Von Anfang an weiß die Präsentation des Spiels zu überzeugen. Der Soundtrack besteht zwar großteils aus Dubstep- und House-Musik, die sich in meiner Freizeit wohl nicht in meinen Kopfhörern wiederfinden wird, jedoch perfekt in das futuristische Thema einfügt. Die Menüs sind ähnlich modern gestaltet, wirken aber nie unübersichtlich. Sobald ihr dann ein Rennen startet, strahlt euch die bunte Welt von Wipeout entgegen. Animierte Zuschauer neben den Strecken hauchen der Welt Leben ein, leider bleibt euch aber nicht viel Zeit, die Umgebung zu bestaunen, denn bei den Hochgeschwindigkeits-Rennen ist eure Konzentration aufs Fahren gefragt. Einen Leckerbissen für PS4 Pro-Besitzer bietet die Omega Collection jedoch, denn jene kommen in den Genuss, das Spiel in 4K-Auflösung bei stabilen 60fps zu spielen.

Die Kampagne

Die Kampagne ist in 3 Unterkategorien (eine pro Spiel) unterteilt: 2048, HD & Fury. Diese unterscheiden sich großteils nur in manchen Renn-Modi und kleineren Details, das Spielkonzept bleibt erwartungsgemäß durchgehend ähnlich.

(c) Sony Interactive Entertainment

Der 2048-Teil ist noch einmal in drei Championships unterteilt, verwirrenderweise „2048“, „2049“ und „2050“ benannt. Die einzelnen Rennen unterscheiden sich in ihrer Geschwindigkeits-Klasse, ob und welche Waffen verwendet werden dürfen und die Art des Events. Hier gibt es neben gängigen Events wie Rennen, Combat oder Time Trial meinen persönlichen Favorit „Zone“. Im Zone-Modus seid ihr alleine auf der Strecke und gebt durchgehend Gas, Bremsen gibt es also nicht. Zwar beginnt der Modus anfangs sehr langsam, wird aber immer schneller und die Herausforderung besteht darin, euer Schiff nicht so weit zu beschädigen, dass ihr das Rennen beenden müsst. Sobald ihr dann genug Runden gefahren seid, um die Goldmedaille zu erringen, habt ihr es geschafft. Außerdem ändert sich das Farbschema der Welt je nach Geschwindigkeitsstufe, wobei erwähnt werden muss, dass eventuell eine Epilepsie-Warnung vor dem Zone-Modus angebracht sei.

Der Zone-Modus
(c) Sony Interactive Entertainment

Während ihr immer mehr Medaillen gewinnt, levelt ihr auf und schaltet nach und nach neue Fahrzeuge oder Bonus-Belohnungen wie alternative HUD-Designs frei.

Im „Wipeout HD“-Teil wählt ihr aus einer komplett neuen Auswahl an Fahrzeugen und fährt auch auf komplett neuen Strecken. Die Kollektion packt also 3 Spiele zusammen, trennt den Inhalt der Spiele aber streng voneinander. Auch hier levelt ihr nach gefahrenen Rennen auf, fängt aber nach 2048 wieder bei 0 an. Der größte Unterschied zu 2048 ist die Option zwischen 3 Schwierigkeitsgraden. Ich bin bei der mittleren Option geblieben und wurde in den späteren Events richtig gefordert. Außerdem bekamen die Geschwindigkeits-Klassen hier klingende Namen wie „Flash“ oder „Phantom“, aber dies sei nur am Rande erwähnt.

(c) Sony Interactive Entertainment

Im Fury-Teil scheint sich dann leider vieles zu wiederholen. Denn außer den zwei neuen Rennmodi „Detonator“ und „Zone Battle“ ist hier vieles gleich wie in Wipeout HD. Nach kurzer Recherche weiß ich jetzt, dass Fury tatsächlich als Erweiterung für Wipeout HD erschien und deswegen vieles so ähnlich sei. Das heißt aber auch, dass in der Omega Collection dies eher eine Verlängerung der HD-Kampagne ist und sich dadurch viele Events bereits gespielt und repetitiv anfühlen. Zwar sind einige neue Strecken dabei, jedoch sind die Rennen (bis auf die zwei seltenen zusätzlichen Rennmodi) großteils gleich und auch Fahrzeuge und Waffen sind ident zum HD-Teil.

Racebox

Der Racebox-Modus ist eurer Ziel, falls ihr Multiplayer-Rennen spielen möchtet. Leider wird man früh enttäuscht, wenn man vergeblich eine 4-Spieler-Variante sucht. Hier ist man auf 2-Spieler-Splitscreen limitiert, wobei ihr sonst einige Optionen zur Verfügung gestellt bekommt. Ihr habt die Wahl zwischen 2048 oder HD (hier wird Fury gleich direkt zu HD dazugezählt), ob ihr Waffen nützen wollt und welche Geschwindigkeits-Klasse gespielt werden soll. Außerdem könnt ihr zwischen allen Rennmodi, die aus der Kampagne bekannt sind, wählen. Praktisch gilt hier: Freie Fahrt!

Online

Online können bis zu 8 Spieler gleichzeitig an einem Event teilnehmen. Generell gilt hier dasselbe wie für den Racebox-Modus, denn ihr könnt euer Event frei nach euren Vorstellungen gestalten. Ich empfehle euch jedoch, ein paar Freunde mit der Omega Collection zu kennen, denn als ich in den vergangenen Tagen nach Online-Lobbies suchte, fand sich (in der EU-Region) nicht sehr viel. Auch als ich eine eigene Lobby erstellte, war ich auf Beitritte anderer angewiesen. Als sich dann jedoch ein paar Mitspieler gefunden haben, hatte ich doch meinen Spaß. Leider gab es einige kleinere Lags und teleportierende Online-Gegner, während ich mit einer doch soliden Leitung spielte.

Fazit

Weiterführend muss jedoch gesagt werden, dass sich die kleinen technischen Schwierigkeiten komplett auf den Online-Modus beschränken und das Spiel sonst einwandfrei läuft. Jedoch vermisste ich einen gewissen Charakter während meiner Zeit in den Kampagnen, denn obwohl die Events großteils kurzweiligen Spaß bieten und im Verlauf auch fordern, fehlte mir persönlich die Langzeitmotivation. Zwar erwarte ich bei so einem Spiel nicht unbedingt einen Story-Modus, aber ein wenig Hintergrund hätte auf jeden Fall geholfen. So fühlte sich das ganze etwas zu mechanisch und gefühlslos an. Generell ist die Omega Collection jedoch ein gelungenes Comeback von Wipeout. An dieser Stelle darf auch gehofft werden, dass das Spiel Sonys erwartete Verkaufszahlen erfüllt und wir womöglich in absehbarer Zukunft einen „echten“ neuen Ableger der Wipeout-Serie bekommen.

Positiv

+ Viel Inhalt für Einzelspieler
+ Kreative Rennmodi
+ Viele Individualisierungsmöglichkeiten für Single- und Multiplayer-Rennen
+ Technisch beeindruckend

Negativ

– Repetitive Events in der Kampagne
– Langzeitmotivation fehlt
– Einige Ruckler im Online-Modus
– Kein 4-Spieler-Multiplayer

Written by: Dano

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