The Evil Within 2 PS4 Review – Eine bunte Mischung

Nach guten 3 Jahren hat uns Bethesda am Freitag den 13. mit dem Nachfolger zu The Evil Within beglückt. Was euch neben einer quasi offenen Welt und deutlich weniger Chaos noch in Evil Within 2 erwartet und ob sich ein Kauf lohnt, könnt ihr hier bei uns im Test nachlesen.

Der rote Faden

Im Gegensatz zum Chaos was noch im Vorgänger die Spielwelt und auch die gesamte Geschichte durchzogen hat, wurde in The Evil Within 2 wieder auf eine sehr solide Basis gesetzt. Sebastian Castellanos hat den Horror aus dem ersten Teil hinter sich gebracht und weil es ihm so viel Freude bereitet hat, wird er direkt nochmal in den STEM geschickt um seine Tochter Lily zu retten. Shinji Mikami dürfte wohl eine Vorliebe für diesen Story Ansatz haben, wenn man sich an Resident Evil 4 zurückerinnert. Nachdem der Protagonist schon etwas mehr auf die Ereignisse im Spiel vorbereitet ist, entstehen bis auf vereinzelte Traumsequenzen und Selbstzweifel von Sebastian eigentlich relativ selten die klassischen Horror-Momente. Was vor allem vielen Fans des Vorgängers vielleicht ein Dorn im Auge sein wird, sind die neuen offenen Gebiete im zweiten Ableger. Die Nebenaufgaben und versteckten Waffen/Ausrüstungsgegenstände die ihr dadurch serviert bekommt, ergänzen den restlichen Spielverlauf zwar sehr gut aber in Sachen Survival Horror werden euch hier viel zu viele Möglichkeiten geboten, die durch die wieder einmal schwammige KI-Leistung sehr falsch gefördert werden. Weiters verliert das Spiel dadurch etwas seinen filmreifen Ablauf aus dem Vorgänger. Die üblichen Kinobalken (Letterbox) lassen sich zwar im New Game Plus freischalten, sind aber definitiv nicht das Einzige was dem zweiten Teil fehlt um an das Survival-Feeling des Vorgängers heranzukommen. Immerhin bekommt ihr 17 Kapitel serviert die euch gute 10-12 Stunden beschäftigen werden und zumindest Story-technisch eine gelungene Fortsetzung bieten. Die große Frage bleibt hier aber weiterhin, ob man in einem Survival Horror Spiel durch eine logisch aufgebaute und sehr seichte Geschichte getragen werden will.

The Evil Within 2

Man hätte zumindest den linearen Wechsel zwischen den Gebieten abwechlungsreicher gestalten können um Spieler etwas mehr zu motivieren den offenen Schauplätze eine Chance zu geben.

KI: Zwischen strohdumm und frustrierend

Trotz vielen Verbesserungen im Gameplay-Bereich bleibt der schwächste Part auch im zweiten Teil die Gegner KI. Gegner lassen sich mit dem richtigen Fähigkeiten-Set so gut wie immer instant per Stealth erledigen, außer das Spiel entscheidet sich dafür, dass ihr nicht ganz am Rand der Decke wart oder die Gegenspieler entscheiden sich kurz vor der Stealth-Kill Animation in alle Richtungen zu drehen. Das geht dann von Szenarien wie dem in einer Reihe eine Leiter hochklettern bis hin zu gegen Türen laufen und nicht mehr weiter kommen. Evil Within 2 bleibt weiterhin definitiv fordernd durch den Mangel an Munition und der Unberechenbarkeit mancher Gegner aber vieles wird großteils nur durch Glitches und Fehler produziert und endet dann meistens in Frust-Momenten die auf manchen Schwierigkeitsgraden absolut nicht notwendig wären. Natürlich muss auch wieder der Auftritt eines hirnlosen Partners in der Geschichte vorkommen, aber das beschränkt sich zum Glück nur auf einen kurzen Abschnitt einer Mission.

Evil Within Screenshot

Immerhin hat man sich viel Feedback aus dem Vorgänger zu Herzen genommen und ein in so ziemlich allen Bereichen verbesserten Nachfolger geliefert. Die Umgebung lässt sich jetzt noch mehr einbinden um größere Gegner-Gruppen auszuschalten und trotz der recht offenen Stages kommt ihr regelmäßig in Bedrängnis. Auch das Upgrade-System hilft gegen Ende des Spiels deutlich den Unterschied im Balancing zu verdeutlichen. Anfangs ist Stealth noch ein notwendiges Mittel zum überleben, aber gegen dem Ende des Spiels kann man sich hier mit den richtigen Skills dann auch bereits Face to Face mit den Gegenspielern messen. Der einzige Vorteil den die offenen Gebiete bringen, ist die Vielzahl an versteckten Gegenständen und vor allem Munition. Das ständige durchsuchen von Mülleimern und unzähligen Kisten die über die gesamte Stadt bzw. andere Plätze verteilt sind, entkräften aber dann etwas die bisherige Stimmung.

Screenshot Evil Within 2

Auch Teil 2 überzeugt mal wieder mit einem sehr bildgewaltigen Auftritt. Die verschiedenen Schauplätze und Monster sind großartig designed und werden vor allem Fans von Spielen wie Silent Hill die lieber in eine abstrakte Welt eintauchen wollen überzeugen können. Es wirkt auch als hätte man sich endlich von der klassischen Resident Evil Thematik verabschiedet und seinen eigenen Stil gefunden. Bis auf die leichten Story-Hänge zu Resident Evil 4, verbindet The Evil Within 2 eigentlich recht wenig mit der Serie und das ist auch gut so. Die Performance überzeugt über das gesamte Spiel hinweg und bietet auch ein deutlich angemesseneres Spielerlebnis als noch in Teil 1.

Fazit

The Evil Within 2 liefert wieder einmal eine solide Horror Darbietung die durch offene Gebiete und zu viel schlecht durchdachten Möglichkeiten etwas verfahren wirkt. Fans von Psycho-Horror und abstrakter Ästhetik werden zwar immer noch auf ihre Kosten kommen, aber um als Steigerung zum Vorgänger durchzugehen fehlt es dann leider doch in vielen Bereichen an einer besseren Umsetzung.

Positiv

+ Bildgewaltige Darbietung

+ Forderndes Gameplay

+ Verbessertes Waffen/Upgradesystem

Negativ

– Zu starker Story-Fokus

– Offene Schauplätze entkräften ein wenig das Horror-Feeling

– KI weiterhin nicht konstant genug

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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