The Elder Scrolls: Legends – Review

Nicht nur CD Projekt Red hat dieses Jahr eine öffentliche Beta für ein Kartenspiel, welches auf einer erfolgreichen Fantasy-Spielereihe basiert, herausgebracht. Auch Bethesda ist mit The Elder Scrolls: Legends in den Online Collectible Card Game – Markt eingestiegen und versucht Gwent: The Witcher Card Game den Rang streitig zu machen. Wie die beiden Spiele in direktem Vergleich abschneiden, könnt ihr in den nächsten Zeilen erfahren.

Der Story-Modus

Im Bethesda-Ableger wird man direkt in den Story-Modus gebracht, welcher aus drei Abschnitten besteht, wobei der erste als Tutorial dient. Leider werden in diesem nur die Basis-Mechaniken (z.B. Regeln für unterschiedliche Spielbretter) erklärt, eine in-depth Erklärung für genauere Karteneffekte wäre noch wünschenswert. Die Geschichte selbst ist geradlinig und unkompliziert. Auf eurer Reise trefft ihr in jedem eurer Schritte auf Gegner aus der Elder Scrolls Mythologie, die, logischerweise durch Kartenduelle zu bezwingen sind. An manchen Punkten müsst ihr Entscheidungen treffen, welche euch eine von zwei Karten einbringt, aber den Verlauf der Geschichte nicht wirklich ändert. Bethesda bietet weiters eine kostenpflichtige Story-Expansion namens The Fall of the Dark Brotherhood an, welche eine eigenständige Kampagne und neue Karten mit sich bringt. Gwent besitzt momentan keinen Story-Modus, es wird dort nur ein klassisches Tutorial geboten, sowie einige Bot-Matches, in denen man spezielle Anführerkarten gewinnen kann.

Rechts überlege ich gerade ob ich einen hilflosen Händler helfen oder ihn um sein Gold erleichtern soll

Die Spiel-Modi

Nach dem man das 2. Kapitel im Story-Mode abgeschloßen hat, erhält man Zugriff auf weitere Spielmodi. Neben dem klassischen Casual- und Ranked-Play, die auch in Gwent enthalten sind, gibt es noch Solo Arena und Versus Arena. Dabei handelt es sich um Modi, in denen man sich aus 90 vorgegebenen Karten ein 30 Karten Deck erstellt und damit gegen CPU oder online Gegenspieler antritt. Nach der dritten Niederlage endet das Spiel und man wird, seinen Leistungen entsprechend, entlohnt. Auch hier schneidet Gwent vom Inhalt her betrachtet leider schlechter ab.

Die Spielemechanik

Ein Standard-Deck in Legends enthält 50 unterschiedliche Karten, bestehend aus Einheiten, Aktionen und Shouts (bei denen es sich eigentlich auch nur um Aktionen handelt, die aber bei jeder Nutzung um ein Level steigen). Ziel ist es die Lebenspunkte des Gegners von 30 auf 0 zu bringen und da Guard-Einheiten die einzigen Karten sind, welche einen direkten Angriff auf diese verhindern, könnte man in der Theorie nur versuchen seine Punkte zu reduzieren. Der Gegner könnte so aber in der Zwischenzeit seine eigene Armee aus Einheiten aufbauen und eure vernichten, deshalb muss man immer genau abwegen ob es sich lohnt ihn direkt anzugreifen oder erst seine Karten zu zerstören. Der Einsatz von Karten kostet Magicka-Punkte, die, ähnlich wie Mana bei Magic – The Gathering, jede Runde neu zur Verfügung stehen. Die Spieler beginnen also die erste Runde mit einem Punkt, die zweite mit zwei Punkten und so weiter… Je weiter das Match fortgeschritten ist, desto höhere Karten können gespielt werden. Das Spieltempo ist sehr hoch und auf zehnminütige Partien ausgelegt.

Gwent ist grundlegend anders konzipiert. Das Minimum an Karten im Deck beträgt 25, es ist um die Hälfte kleiner als ein Legends-Deck. Es werden zu den zehn, am Beginn gezogenen, Karten nur noch zwei weitere gezogen. Hier besteht das Ziel darin mehr Einheiten-Punkte auf seiner Seite des Feldes zu besitzen und zumindest zwei der insegesamt drei Runden für sich zu entscheiden. Taktisch kann man sich überlegen, ob man lieber selbst hohe Einheiten spielt oder die Einheiten-Punkte des Konkurrenten dezimiert. In einer guten Partie Gwent versucht jeder der Spieler seine bestmögliche Strategie auszuführen und die des Gegner zu vereiteln. Die Spieldauer einer Partie beträgt ungefähr 15 – 25 Minuten.

Fazit

The Elder Scrolls: Legends macht vor allem für zwischendurch Spaß. Der gut animierte Story-Mode und die Arena bieten Abwechslung, außerdem werden Fans der Elder-Scrolls-Reihe die Charaktere auf den Karten wie zum Beispiel Ulfric Sturmmantel aus Skyrim oder Lucien Lachance aus Oblivion mit Freude wiedererkennen. Gwent ist mit seinen straffen Spielzügen und den wenigen Karten das weitaus taktischere Spiel mit mehr Tiefgang, der Bethesda-Ableger ist für Casual-Gamer einfacher zugänglich und besitzt mehr Spieleumfang, der in der Zukunft sicher noch erweitert wird.

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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