Super Mario Odyssey Nintendo Switch Review – Super Mario 64 Teil 2

Er hat seinen eigenen Song, tanzt dazu Choreographien und begibt sich neuerdings gerne auf Weltreisen: Wenn man sich die Promovideos unseres Lieblings (mittlerweile Ex)Klempners Mario zu seinem morgen erscheinenden neuen Abenteuer ansieht könnte man meinen, dass Mario sich in seiner Midlifecrisis befindet und wieder jung sein möchte. Warum dies aber einfach nur sein längst überfälliger nächster Schritt und er dabei sich ganz und gar selbst treu geblieben ist erfährt ihr in unserem Test zu Super Mario Oddyssey.

Dunkle Zeiten, neue Freunde und neue Perspektiven

Es beginnt düster: Bowser besiegt Mario, der (wieder einmal) Peach retten muss, da die größenwahnsinnige Riesenschildkröte den Plan verfolgt Peach zu heiraten und das Mushroom Kingdom an sich zu reißen. Dabei wird Marios Kappe vernichtet und er mitsamt dem Überbleibseln seiner Kopfbedeckung von dem sympathischen und hilfsbereiten Cappy – Marios neuem Begleiter, Gadget und eines der Kernelemente des Gameplays – aus dem Hutland gerettet und dort hin gebracht. Ab diesem Zeitpunkt bestreiten die beiden das Abenteuer gemeinsam und der Plan ist simpel: Bowser daran hindern alle Länder neben dem Mushroom Kingdom ins Unglück zu stürzen und Peach sowie Cappys Schwester Tiara, die Bowser zuvor entführt hat, zu befreien. Ihr startet im Kaskadenland, wo ihr euer zukünftiges Schiff namens Odysee findet, welches zuerst einmal Energie braucht, damit die Reise beginnen kann.

Super Mario 64 Teil 1,5 oder Super Mario 64 2 ?

Und hier beginnt das eigentliche Spiel: Die Energie findet ihr Form von Monden verteilt in jeweils Sandbox-artigen Welten, die allesamt dem Prinzip des Alltime Klassikers Super Mario 64 folgen: Nur durch das sammeln der auf in der jeweiligen Welt in allen Ebenen (auch am Himmel oder unterirdisch) verteilten Monde könnt ihr auch neue Welten freischalten.

Ob gut versteckt oder leicht zu bekommen: Ihr habt an jeder Ecke was zu entdecken und zum Tun, was damals wie auch heute noch unglaublich fesselnd ist und einen Stunden in den Welten verweilen lassen kann. Mario springt, hüpft und läuft auf allen Ebenen herum und hat neben Kämpfen gegen normale Gegner wie Gumbas auch Bosskämpfe gegen die Hochzeitsplaner von Bowser, die fiesen hasenartigen Broodals, zu bestreiten. Damit man jetzt nicht nur eine moderne Version von Mario 64 geschaffen hat wurde das Gameplay mit Cappy um ein kleines Detail mit großer Auswirkung erweitert: Ihr könnt euren liebenswerten Begleiter auf Gegner oder verschiedene neutrale Lebewesen im Spiel schleudern, um deren Gestalt anzunehmen und durch ihre besonderen Fähigkeiten neue Areale in der jeweiligen Welt entdecken zu können.

Tradition trifft Kreativität und Weiterentwicklung

Hier haben sich die Jungs und Mädels von Nintendo EPD in einer fast schon endlos anmutenden Kreativität ausgetobt: Alleine im Kaskadenland einen T-Rex mit Cappy zu übernehmen oder mit einem Kettenhund andere Kettenhunde wegzuschleudern und damit neue Bereiche mitsamt Monden freizuschalten hat mich schon in der ersten Welt mehrere Stunden verweilen lassen. Die Kreativität nimmt aber nicht ab und ich habe selbst trotz intensiven Spielens seit 24.10 wohl gerade mal die Spitze des Eisbergs in Sachen Umfang gesehen.

Zusätzlich findet man sehr gut verstreut Passagen in denen man als 8-Bit Mario wie in alten Zeiten zu 8-Bit Sounds auf Blöcke springt und Gumbas plattmacht. Auch die Bonusarela aus den guten alten Zeiten sind wieder in Form von 2D oder manchmal auch als 3D Version mit dabei.

Damit man sich in den doch größeren Arealen nicht verliert gibt es mittels Druck auf den Minus Button eine Map, auf der ihr auch Schnellreisepunkte vorfindet, welche ihr zuvor in der Welt durch Beschuss mit Cappy von Bowserflaggen freischaltet.

Marios akrobatische Fähigkeiten und Cappys überraschend flexible Steuerungsmöglichkeiten haben Mario Odyssey damit auch einen guten Grund für einen 2-Spieler Koop Modus geliefert, in welchem ihr mittels eines Joycons Mario und des anderen Cappy steuert. Das funktioniert überraschend gut und wird wiederum zu tollen Zockerabenden mit euren liebsten führen.

Der Schwierigkeitsgrad schwankt von sehr leicht bis hin zu “typisch Mario – sieht süß aus, ist aber gnadenlos”, was aber aufgrund des Sandbox-Prinzips sowie der breiten Masse, mit der Nintendo alte und neue Käufer ansprechen möchte selbsterklärend ist und zu keiner Sekunde ein Problem darstellt.

Die Technik und die Steuerung

Super Mario Odyssey wird im Handheld-Modus mit 720P und im Dock-Modus mit 900P dargestellt und funktioniert in beiden Modi sehr gut, lediglich im Handheld-modus wirkt das Bild streckenweise etwas neblig, aber hier wird sicher noch ein Update kommen. Das Spiel läuft mit konstanten 60FPS, was sich im gesamten Gameplay bemerkbar macht. So flüssig ist Mario noch nie durch die Welten gesprungen. Der Detailgrad wird manchen Grafik-Fetischisten an bestimmten Stellen (z.b wenig Dichte bei der Vegetation an manchen Stellen) stören, aber das Artwork, die liebevollen Animationen, das Charakterdesign und die Gestaltung der Welten an sich ist so hübsch, dass ein paar Grashalme mehr bestenfalls Meckern auf höchsten Niveau darstellen. Die Welten von Mario sind einfach lebendig und unglaublich liebenswert gestaltet. Auch das hat sich in all der Zeit nicht geändert und hier Nintendo das bestmögliche aus der Switch herausgeholt.

Zur Steuerung empfiehlt Nintendo die Joycons ähnlich wie in Arms mit Handschlaufe zu verwenden, da bei Mario Oddyssey bestimmte Aktionen wie der Rundumwurf, der Münzzielwurf oder das bergab herunterrollen mit einer Gestensteuerung ausgeführt wird. Uns hat es sehr überrascht wie gut und präzise die Bewegungssteuerung funktioniert, aber letzten Endes habe ich persönlich doch wieder den Pro Controller verwendet, da auch mit diesem die Gesten schnell und problemlos durchgeführt werden können. Zur Steuerung mit dem Pro Controller oder den Joycons im Handheld- oder Gripmodus kann man nur das größte Lob aussprechen: So flüssig, präzise und genau hat sich Mario noch nie steuern lassen.

Fazit

Super Mario Odyssey ist nicht nur eine grandiose Rückbesinnung zu den alten und glorreichen Tagen der Nintendo 64 Ära sondern auch ein großer Sprung nach vorne. Ein modernes Meisterwerk, dass den Spagat zwischen Tradition und Mut zu Neuem mit seiner Kreativität und seiner Liebe im Spieldesign problemlos meistert. Eindeutig eines der besten Spiele dieser Konsolengeneration.

Positiv

+ Sandboxartiges Gameplay

+ Cappy eine echte Bereicherung

+ Rückkehr zu den Wurzeln gepaart mit Mit zu neuem

+ Technisch perfekt an die Möglichkeiten Konsole optimiert

+ Sehr gute Bewegungssteuerung

Negativ

– Optik wirkt im Handheldmodus etwas “nebelig”

Written by: Patrice Naderi

Patrice hat das Gaming vor rund 26 Jahren für sich entdeckt und verfolgt alles rund ums Thema Zocken und die Nerdkultur mit großem Interesse. Sein Interesse reicht von den großen AAA-Titeln bis hin zu den kleinen Indiespielen. Abseits davon ist er generell ein Technikjunkie, mag Sport und natürlich Cereals.

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