STRANGER THINGS: Das Spiel – Mobile Game Review

Sie hat sich von einem Geheimtipp zu einem riesigen Publikumsmagneten entwickelt: Die Rede ist von Stranger Things, einer hauseigenen Netflix-Produktion, die inzwischen als einer der erfolgreichsten ihrer Art gilt. Pünktlich zum Start der zweiten Staffel konnte man im App-Store ein Spiel runterladen, dass an die Serie im 80iger angelehnt ist: ein Adventure mit 16 bit Pixelgrafik. Jetzt könnte man natürlich annehmen, dass es das Game nur zu Werbezwecken für die Serie gibt und bereits nach zwei oder drei Stunden Spielzeit vorbei ist, doch es steckt viel mehr dahinter als man gemeinhin erwarten würde.

Mit dem Fahrrad ist man deutlich schneller im unfangreichen Hawkins unterwegs

Gleich zu Beginn spielt man Chief Hooper, der auf seine Gegner einprügelt, wenn man mit dem Finger schnell immer wieder auf diese tippt. Ansonsten besitzt er aber keine Fähigkeiten. Ganz im Gegensatz zu den anderen Figuren. Im ersten Dungeon trifft man auf Lucas, der eine Schleuder besitzt und damit aus der Entfernung Schaden anrichten und Schalter umlegen kann. Im weiteren Spieleverlauf sammelt man die ganzen Hauptcharaktere aus der Serie auf: Nancy mit ihrem Baseball-Schläger zum Einschlagen von Wänden; Mike besitzt eine Taschenlampe, mit der er Feinde stunnen kann; Will ist klein genug, um durch Röhren zu passen und Dustin versteckt Pudding in seinen Taschen, die uns die Stealth-Abschnitte erleichtern.

Zusätzlich freischaltbar ist (natürlich) Elfie, die Gegner mit einem Psi-Blast beschießen kann und, nach dem neusten Update, auch Max, die auf ihrem Skateboard durch die Straßen flitzt. Wer einen der alten Legend of Zelda Teile gespielt hat, merkt sofort, dass sich die Entwickler daran orientiert haben. Eine große Oberwelt, zeitintensive Dungeons mit Endbossen und das Aufnehmen von Waffen (Freischalten von Charakteren mit neuen Fähigkeiten) in den besagten Dungeons sorgen für ein sehr vertrautes Spielegefühl. Es wird auch nicht an Sammelobjekten und Sidequests gespart, die aber leider hauptsächlich nur typische Fetch-Quests sind, deren Abschluß aber ein Viertel-Herzteil einbringt.

Der Endboss-Raum wird wie in Zelda stark hervorgehoben

Stranger Things: The Game hat erstaunlich viel Inhalt für ein Gratis-Spiel und weiß auch spieltechnisch zu überzeugen. Mit Zelda als Design-Vorlage kann aber auch fast nichts falsch machen. Einziger Makel bleibt wohl die Steuerung, die man auf Smartphones aber wohl nie hinbekommt, wenn man mit dem Finger beim Drücken einen Großteil des Displays verdeckt. Ansonsten besitzt das Spiel alles was man sich wünschen würde: Die Figuren stimmen charakterlich mit ihren Serien-Gegenparts überein, das Spielprinzip ist fordernd, aber nicht unfair und am wichtigsten von allen Dingen: Dustin´s Gesicht ist im Pixelstil genauso toll getroffen wie wir es aus der Netflix-Serie kennen.

Wir alle lieben dich, Dustin!

Da es wirklich rein gar nichts kostet, gibt es auch für Nicht-Fans keine Ausrede Stranger Things zumindest einmal auszuprobieren. Neben den Nintendo-Ablegern (Fire Emblem, Super Mario Run) ist es sicher eines der besten Spiele, die momentan im Play Store zu haben sind.

 

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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