Star Wars Battlefront 2 PS4 Review – Das gefährliche Spiel mit der Macht

Wir konnten Star Wars Battlefront 2 die letzten Tage für euch in der (temporär) Lootbox-freien Version testen und verraten euch im Test was der Titel neben der Fähigkeit eine große Erschütterung der Macht zu erzeugen zu bieten hat.

Ein kurzer Spaß

Im Gegensatz zum Vorgänger aus dem Hause DICE bietet der zweite Teil dieses mal auch eine Kampagne. In guten 4-5 Stunden an Spielzeit begleitet ihr Iden Version, eine Kommandantin der imperialen Spezial Einheit mit dem Titel Inferno Squad. Nach der Zerstörung des zweiten Todessterns (Langsam verjährter Spoiler-Alarm) sieht sich die Truppe gezwungen eine neue Beschäftigung zu finden. Wer hier auf neue Sichtweisen, große Überraschungen oder gar eine fulminante Geschichte gehofft hatte, wird recht schnell auf den Boden der Realität zurück geholt. (Möglicher Spoiler) Die Plot-Twists könnten nicht generischer sein und natürlich würde niemand erwarten, dass ein “böser” Charakter in einer Star Wars Geschichte plötzlich die Seiten wechselt. Bei gerade einmal 4 Stunden an Story kommt auch nicht wirklich eine Charakter-Entwicklung vor die nennenswert wäre obwohl zumindest Luke Skywalker, Kylo Ren, Lando Calrissian, Han Solo und Princess Leia Organa ihre Auftritte reingepackt bekommen haben. Viel mehr als ein Stormtrooper-Tontaubenschießen gemischt mit leichten Tutorial-Ansätzen für den Multiplayer ist die Kampagne leider nicht geworden. Immerhin lässt euch der Titel wie bereits der Vorgänger im Arcade Mode gegen Bots trainieren und mit den überarbeiteten Klassen-System und mit den Eigenheiten der neuen Helden zurechtkommen zu können. (Falls man die Beta ausgelassen hat). Gerade die Helden zeigen sehr gut auf wie man die größten Namen der Star Wars Reihe nicht darstellen sollte. Das verbesserte Balancing ihrer Kräfte gegenüber den Vorgänger ist zwar lobenswert aber die einzelnen Animationen und Bewegungsabläufe von Kylo Ren und co. machen gerade den Heroes vs. Villains Modus zu einem der unspektakulärsten Parts des Spiels.

Star Wars Battlefront Grafik Cerealkillerz

Wer neben der Kampagne weiterhin offline seinen Spaß haben will, wird im Arcade Mode fündig. Dort könnt ihr alleine oder mit einem Freund offline gegen Welle von Bots in beiden Seiten antreten und euch für die kommenden Multiplayer-Sessions vorbereiten. Um das offline Credit farmen zu unterbinden, hat man hier eine Begrenzung eingeführt wie viele Credits pro Tag erspielt werden können. Ein positiver Ansatz um cheating zu verhindern, aber etwas frustrierend für Leute die gerne auch offline ihre Lieblingshelden erspielen würden.

“A sense of pride and accomplishment”

EA hat sich im Vorfeld des Battlefront 2 Verkaufsstarts nicht gerade beliebt gemacht. Mit Pay-to-win Mechaniken und Elementen die man sonst nur auf free-to-play Mobile Games kennt wollte man hier Spieler forcieren Geld zu investieren um im Multiplayer schneller und gezielter an Erfolge zu kommen. Wie bereits erwähnt ist die in-game Währung und der dazugehörige Shop aktuell (temporär) deaktiviert. Was aber immer noch bedeutet, dass ihr Credits erfarmen müsst um Lootboxen zu kaufen und durch ein Zufallsprinzip belohnt werdet. Die einzelnen Klassen aus Star Wars Battlefront 2 kennt man bereits aus anderen Squad-based Shootern wie eben Battlefield ebenfalls von DICE entwickelt. Ihr habt auf beiden Seiten diverse fixe Klassen zur Verfügung und könnt mit genug gesammelten Punkten im Spiel Spezialklassen aktivieren und danach noch Helden, die nicht alle von Anfang an zur Verfügung stehen. Wir könnten hier jetzt ewig lange Rechen-Beispiele aufzeigen wie lange ihr braucht um einen Helden oder mehrere freizuspielen, aber ohne in-game Währung bleibt es hier aktuell ein legitimer Weg um die Spieler motiviert zu halten. Wo es generell noch Probleme im Multiplayer gibt ist das aufgebaute Lootbox-System. Wenn ihr beispielsweise gerne den Offizier spielt, bekommt ihr aus einer Lootbox Tänze oder andere Animationen für Darth Maul und Han Solo. Ein gezieltes leveln eurer Lieblingsklassse ist somit ein undurchsichtiges Vorhaben, was die meiste Zeit auf Glück basiert. Ob ihr wirklich die Star Cards und Erweiterungen für eure Klasse bekommt, die euch etwas nützen hängt rein vom Zufall ab. Ähnlich wie auch bei Need for Speed: Payback endet der Multiplayer dadurch ihn einem gezwungenen Grinding-System was euch nur länger dazu bringen will, immer wieder dieselben Modi und Karten zu spielen um mit etwas Glück die richtige Lootbox zu erwischen.

In Game Währung Star Wars Cerealkillerz

So sehr die Balance zwischen den einzelnen Klassen und Helden dieses mal auch Sinn macht, die fehlende Langzeitmotivation vom Vorgänger löst man definitiv nicht mit der Implementierung von einem undankbaren Zufallsprinzip. Auch die Reduzierung der Credits die ihr pro Runde verdient, lässt EA weiterhin nicht wirken als wären sie daran interessiert das Problem wirklich zu lösen. Der Multiplayer selbst verspricht zumindest mit laufenden Updates durch neue Karten etwas an Wiederspielwert aber die aktuellen Modi reichen dennoch eher nur um als das notwendigste durchzugehen. Alte bekannte Schauplätze (Beispiel Hoth) wurden erneut eingebaut und zum Glück etwas abgeändert um Veteranen etwas mehr an Abwechslung zu bieten und machen auch in den ersten Runden definitiv Spaß. Auch der Einsatz von so gut wie allen Eräs aus der Reihe wirkt durchdacht und endet maximal im bereits erwähnten Heroes vs. Villains Modus in etwas Chaos.

Screenshot PS4 Star Wars Battlefront 2 Hoth Cerealkillerz

Grafisch konnten wir den Titel in der Beta am PC testen und in der Vollversion auf der PS4 Pro. Große Unterschiede zum Vorgänger wurden hier nicht geschaffen und vor allem die Weitsicht enttäuscht in vielen Bereichen. Auch die Gesichtsanimationen der klassischen Helden aus der Reihe wirken selbst in Cutscenes sehr hölzern und untermalen die sehr durchschnittliche Kampagne. Ansonsten können Star Wars Fans zumindest ein Gesamtpaket an allen Sounds, Schauplätzen und Charaktere aus allen Filmen erwarten in doch sehr gut durchdachten Multiplayer-Karten.

Fazit

Star Wars Battlefront 2 schafft es sehr gezielt mit einer einfachen Erfolgsformel und der Star Wars Reihe so gut wie alles falsch umzusetzen. Die neu eingeführte Kampagne endet als belangloses Add-On und der restliche Multiplayer Part wird durch ein undankbares Belohnungssystem und einem zu starken Fokus den Spieler am Credits farmen zu halten leider komplett zerstört. Im Kern von Battlefront 2 findet sich sicherlich irgendwo ein durchdachter Squad-based Shooter mit jeder Menge Star Wars Fanservice, aber alles Rund herum wirkt leider viel zu unstimmig.

Positiv

+ Gelungene Integration von allen Star Wars Filmen

+ Abwechlungsreiche Klassen und Helden

Negativ

– Kurze und generische Kampagne

– Furchtbares Belohnungssystem mit Lootboxen und Zufallsprinzip

– Langzeitmotivation wird nur durch Credits farmen und dessen Reduzierung pro Spiel forciert

– Klobige Animationen und Steuerung bei so gut wie allen Helden

 

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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