ReCore Xbox One Review – Langeweile auf Far Eden

Bereits auf der E3 waren wir etwas skeptisch gegenüber dem neuesten Microsoft-exklusiven Projekt von Keiji Inafune, Recore. Unsere Eindrücke zur finalen Version des Roboter-lastigen Action Adventures, könnt ihr wie immer hier im Test nachlesen.

Die Story und die ersten Minuten

ReCore startet vielversprechend und hält euch vor allem mit der Geschichte hinter Joule und ihren Roboter-Begleiter Mack motiviert. Ihr werdet durch die Wüstenlandschaft vom Planeten Far Eden von den Audio-Aufnahmen des KI-Entwicklers Dr. Thomas Adams (Joules Vater) geleitet. Die Enleitung in die ersten Mechaniken des Spiels und dem crafting sind wirklich gelungen und es bleibt auch weiterhin spannend, sobald ihr endlich Mack mit neuer Ausrüstung aufbessern könnt und neue Schusswaffen-Varianten erhaltet, aber danach beginnen bereits die etwas weniger schönen Momente in ReCore. Ähnlich wie Bloodborne zum Release, kämpft auch ReCore mit furchtbar langen Ladesequenzen, die bei jeden Gebietwechsel, Stationen besuchen und sterben auf euch warten. Durch die Semi-Open World lasst euch das Spiel dann doch meistens etwas größere Bereiche erkunden, aber neue Gebiete sind schnell entdeckt, wenn ihr den Haupt-Quests folgt.

Xbox One Recore

 

ReCore bietet auch Herausforderungen, die quasi Nebenquests darstellen sollen. Hier versucht ihr unter Zeitdruck Puzzle und Sprung-Hindernisse zu meistern um Belohnungen, in Form von neuer Ausrüstung abzustauben. Euer größter Gegner ist wie auch im restlichen Spiel die schlechte Kameraführung und die etwas veralteten Sprung-Mechaniken. Ihr solltet auch nicht unbedingt mit dem sammeln von Gegenständen für eine Haupt-Aufgabe starten, da euch das Spiel die letzten Ereignisse zurücksetzt, sobald ihr einen Dungeon betritt.

Das Spiel mit den Farben

Auch in Sachen Gameplay schafft es ReCore sehr schnell euch jegliche Begeisterung zu nehmen. So sehr die Protagonistin und die Story auch gelungen sind, die wiederholenden Abläufe in Sachen Gegner und Aufgaben zerstören das Gesamtbild von ReCore am meisten. Ihr schaltet nach und nach neue Farbvariationen für eure Waffe frei und auch neue Roboter-Begleiter, nur leider keine neuen Move-Sets oder Combos, was das kämpfen in den meisten Fällen auf 2-3 Buttons beschränkt. Auch die Gegner und Bosse bieten sehr wenig Vielfalt und vor allem kaum Herausforderung. Wer nicht unbedingt Farbenblind ist, wird mit ReCore wenig Schwierigkeit haben. Etwas Spannung bringt das sammeln von Loot ins Spiel. Ihr könnt mit dem richtigen Timing Loot aus Gegner ziehen oder auch verteilt in der Welt finden. Das Upgrade System ist doch sehr interessant für das Genre gestaltet und bietet zusätzliche Motivation, den doch sehr langweiligen Gegner eine Chance zu geben.

Recore E3

Wenn ihr nicht gerade von den wiederholenden Gegner-Gruppen belagert werdet, könnt ihr euch auf wie zuvor erwähnt, wunderbare Sprung-Einlagen freuen. Beim erkunden der doch sehr gelungenen Welt, hilft leider die fehlende Geschwindigkeit von Joule relativ wenig und auch die zuvor erwähnten Ladezeiten, lassen Fast Travel auch als Option wegfallen, außer ihr wollt während dem zocken euren Serien-Rückstand aufholen, euch Essen kochen, Zeitung lesen oder sonstiges. Trotz allem, hält einem am meisten die Geschichte und das Setting von ReCore motiviert. Gerade Joule bietet mal wieder eine gelungenen Protagonistin und die Chemie zwischen ihr und ihren mechanischen Begleiter ist absolut gelungen.

Fazit

ReCore entpuppt sich leider als doch sehr durchschnittlicher Platformer und verschenkt in vielen Bereichen einiges an Potenzial. Vor allem das langweilige Gameplay und die langen Ladezeiten machen es wirklich schwer, die doch sehr gelungene Story zu genießen. Da ReCore nicht als Vollpreis-Titel gestartet ist, kann man in einigen Punkten noch ein Auge zudrücken, aber solang die Ladezeiten-Problematik nicht gelöst wird, wird man auch als genügsamer Gamer wenig Freude mit dem Spiel haben.

Wertungsbild 6,9

Positiv

+ Gelungene Story

+ Protagonistin und Crafting überzeugen

Negativ

– Furchtbar lange Ladezeiten

– Repetitives Gameplay und Sprung-Einlagen

– Schlechte Kameraführung

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer