Project Cars 2 PC Review – Die harte Realität

Noch vor Forza Motorsport 7 und Gran Turismo Sport geht dieses Jahr der neue Project Cars Ableger am 22. September als erster ins Rennen. Wir konnten die Racing Simulation bereits für euch ausgiebig testen und verraten euch wie immer im Test ob sich ein Kauf lohnt.

Zugänglichkeit vs. Realismus

Mit den unzähligen Gran Turismo Ablegern groß geworden und danach auch bei Forza Motorsport auf den Geschmack gekommen. Racing Fans hatten über die Jahre auf allen Konsolen und PC immer reichlich an Vielfalt und trotzdem konnten sich die Entwickler von Slightly Mad Studios mit Project Cars im Jahre 2015 bereits einen Namen im hart umkämpfenden Racing-Sim Geschäft machen. Als klassischer Racing-Fan startet man Anfangs am ehesten mit dem Karriere-Modus des Spiels und der kann sich in Project Cars 2 auf jeden Fall sehen lassen. In Sachen Umfang bietet die Karriere von Project Cars Unmengen an Events und Herausforderungen mit verschiedensten Fahrzeugen und Wetterbedingungen, mit einem großen Manko. Neben den enormen Schwierigkeitsgrad des Spiels und der weiterhin fehlenden Einsteigerfreundlichkeit, müsst ihr einen gestarteten Cup immer zu Ende fahren. Bereits in den Amateur-Bewerben zwingt euch das Spiel hier mit einem Rennwagen auf einer verschneiten Strecke eine gute Leistung zu absolvieren. Racing-Enthusiasten können sich hier sehr genau ihr Setup zusammenstellen um mit den Wetterbedingungen klar zu kommen und das Level an Realismus in Project Cars 2 ist hier wirklich enorm. Einsteiger werden hier aber ins kalte Wasser geworfen und selbst mit etwas Vorkenntnis von den Fahrzeug-Mechaniken aus anderen Racing-Games ist man hier als Neuling sehr schnell verloren. Immerhin wurde der Controller-Support auf dem PC deutlich verbessert was zumindest etwas Abhilfe für Neulinge schafft.

 Project Cars 2 Screenshot

Sobald ihr euch mit der Härte des Spiels angefreundet habt, müsst ihr nur noch ein Auge zudrücken bei der leider oftmals sehr schwachen KI der gegnerischen Fahrzeuge und schon bekommt ihr die schönen Seiten von Project Cars 2 am Fließband serviert. Die Strecken und Fahrzeugauswahl wurde deutlich vergrößert gegenüber dem Vorgänger und die neuen Wettereffekte sind phänomenal geworden. Ihr sogenanntes active weather system bietet eine umfangreiche Palette an Faktoren die euer Fahrverhalten beeinflussen können und die Strecke auch passen optisch erweitern. Von Regenpfützen über den einzelnen Tropfen die von euren Fahrzeug abgleiten ist alles bis ins kleinste Detail durchdacht und wirkt sich merklich auch eure Umwelt und vor allem euer Fahrzeug aus. Die über 200 Autos und 60 Strecken sind wunderbar ausmodelliert und bieten jede Menge kleine Details für Fans von Racing-Simulationen. Das Schadensmodell überzeugt vor allem meistens, wenn ein Großteil der KI-Gegner durch erschwerte Wetterbedingungen die halbe Strecke demoliert, inklusive einer Menge Dellen, Kratzern und weiteren Feinheiten. Die Regulierung der KI bewegt sich zwar in einem Spektrum von 1-100, aber wirklich realistisch wirken die Gegner leider nie. Von einem Komplettausfall über einer perfekten Fahrt in den schwersten Konditionen, hatten wir in unseren Anspiel-Sessions eigentlich so gut wie alles mit dabei und leider immer unpassend zum eingestellten Grad.

Project Cars 2 Screen PS4

Freiheit für neue Modi

Etwas positives bringt der Karriere Modus dann aber doch mit sich. Einzelne Teams oder Events werden euch großteils nicht zwingend vorgegeben. Dadurch könnt ihr zumindest frei wählen welchen Weg ihr gehen wollt und worauf ihr hin arbeiten wollt. Übungsfahrten und Qualifying lassen sich auch persönlich einstellen, somit liegt es an euch ob ihr 2-3 Runden fahren wollt oder davor erstmal die Strecke in einer Übungsfahrt austestet. Falls ihr also lieber in der Pole Position startet, müsst ihr vorab zumindest ein Qualifying bestreiten. Wie auch schon in Forza Motorsport 6 könnt ihr euch mit einem bestimmten Fahrzeughersteller in Kontakt bringen und ihre Fahrzeuge in der Karriere priorisiert steuern. Durch diesen Modus schaltet ihr eigene Events frei, wo ihr dann für den gewählten Hersteller eigene Rennen bestreitet und neue Events für eure Karriere freischalten könnt. Die Abwechslung ist hier wirklich enorm und Fans von bestimmten Herstellern, bietet der Modus eine zusätzliche Langzeitmotivation und neue freischaltbare Events.

Cover Project Cars 2

Project Cars 2 erscheint am 22. September 2017 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

Fazit

Project Cars 2 ist der mit Abstand realistischste Racer den es aktuell am Markt gibt, schafft es aber weiterhin leider nicht eine Zugänglichkeit für Neueinsteiger zu schaffen und kämpft auch mit einigen Unstimmigkeiten in Sachen Balancing und KI. Racing-Sim Fans werden aber auf jeden Fall ihren Spaß mit dem Titel haben.

Positiv

+ Hoher Grad an Realismus

+ Großartige Wettereffekte

+ Viel Freiheit in den verschiedenen Modi und der Karriere

Negativ

– Gestartete Cups müssen immer zu Ende gefahren werden

– Furchtbare Gegner KI

– Fehlende Zugänglichkeit für Casual Spieler und Neueinsteiger

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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