The Order: 1886 PS4 Review

Entwickler Ready at Dawn war bisher eher für Portierungen von Spielen wie God of War oder Ōkami bekannt. Mit The Order: 1886 will das Studio seine erste eigene IP auf dem Markt bringen. Wir sind seit der ersten Tech Demo von der Gamescom 2013 gespannt auf den Titel gewesen und verraten euch jetzt im Test ob sich ein Kauf wirklich lohnt.

Story und Setting

The Order: 1886 spielt in einer alternativen Geschichte in London, wo ein Orden von Rittern die Welt vor bösen Werwölfen bzw. Lykanern beschützt. Im Laufe der Geschichte ist ein Krieg zwischen den Menschen und Lykanern ausgebrochen, wobei die Lykaner hier etwas die Überhand im Konflikt hatten, durch die zusätzliche körperliche Überlegenheit. Das Blatt wendet sich laut der Geschichte aber mit König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde, die das mysteriöse Black Water entdecken. Mit der Flüssigkeit, können die Ritter ihre Lebenszeit verlängern und erhalten enorme Heilkräfte. Mit der industriellen Revolution schaffen die Menschen dann endlich die Überlegenheit zu erringen, mit neuen Waffen inklusive Elektrizität.

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Hier steigt man auch ins Spiel ein als Sir Galahad, ein Mitglied des Ordens. Die Entwickler haben sehr viel Wert auf die Grafik und das Steampunk Setting des Spiels gelegt, was man bereits damals bei den ersten Tech Demos merken konnte. Vom Outfit der Ritter, über die einzelnen Gegenstände in der Umgebung und deren Reaktion auf euch, ist wirklich alles Next-Gen. Der Titel arbeitet ähnlich wie schon Last of Us oder Uncharted mit einer Grafikleistung, die fast nahtlos in die Cut-Scenes übergeht was einen durchgehenden Film-Look erzeugt. Die Spielzeit des Titels wurde bereits vor Release kritisiert, da man es doch in 5-6 Stunden durchspielen kann, was aber bei den meisten Shootern der Fall ist. Auf den schwereren Stufen kann man wie immer auf 8-10 Stunden kommen.

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Gameplay

Das Gameplay von The Order kann man im kurzen so zusammenfassen: Gears of War mit Quicktime Events. Klingt natürlich anfangs sehr gut, wurde aber großteils sehr schlampig umgesetzt. Das Deckungssystem ist großartig ausgefallen, hier braucht sich der Titel nicht hinter Gears of War oder Uncharted verstecken. Dafür werden die Quicktime Events exzessiv missbraucht und leider auch wirklich schlecht eingesetzt. Die meiste Zeit werden ihr gezwungen auf eure NPC Partner zu warten, damit ihr eine Tür öffnen könnt oder sie euch einen Aufzug rufen, was wieder die gesamte Atmosphäre etwas runter macht. Auch bei den Shooter Passagen, kommen teilweise fast unendlich Gegner nach und man weiß meistens nie ob man eine bestimmte Aufgabe übersehen hat oder man einfach noch nicht genug Gegner erledigt hat.

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Auch die Endbosse sind wirklich schwach ausgefallen. Spiele wie God of War und co. haben schon bewiesen, dass man Bossfights auch mit Quicktime Events um einiges interessanter gestalten kann. Die Gegner wirken teilweise eher wie Schießbuden Figuren und bietet leider nie eine wirkliche Herausforderung, was wirklich Schade ist. Der Titel schafft wirklich sehr oft eine phänomenale Atmosphäre, die dann einfach durch Kleinigkeiten im Gameplay ruiniert werden. Das ganze wird großteils durch den roten Faden, an dem man durchs Spiel gezogen wird erzeugt. Gerade in den Shooterpassagen, lässt euch The Order ein wenig Freiheit damit ihr noch selber zielen könnt, aber das restliche Spiel über, könnt ihr kaum auf den Einluss der Aktionen sinnvoll eingehen. Wirklich schade, ist auch ein fehlender Multiplayer. Gerade wegen den vielen Gears of War Ähnlichkeiten und dem großartigen Deckungssystem, hätte man hier leicht einen Multiplayer integrieren können.

Grafik und Präsentation

Wie zuvor erwähnt überzeugt The Order am meisten in Sachen Setting und Grafik. Dank den vielen Feinheiten an den Charakteren und der Umgebung, stürtzt der Titel inFamous: Second Son, eindeutig vom Thron, des bisher schönsten PS4 Titels. Auch der nahtlose Übergang von Cutscenes ins Gameplay untermalt noch mals die großartige Grafikleistung von The Order 1886.

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Leichte Schwäche hat der Titel auch in den Dialogen. Die Story wird natürlich sehr interessant präsentiert, nur in den Shooter Passagen bekommt man eher Klassiker wie „They’re killing us“ und „Damn“ und unzählige Abwandlungen von Damn und co. am laufenden Band serviert, was sich sogar innerhalb der wenigen wirklichen Gameplay Sequenzen stark wiederholen kann.

Fazit

The Order: 1886 verspricht zwar sehr viel, schafft es aber in der finalen Version nicht zu überzeugen. Der Titel schafft es mit einer phänomenalen Präsentation inklusive passenden Setting zu überzeugen, bietet aber Gameplay technisch wenig und übertreibt es ein wenig mit der Nutzung von Quicktime Events. Für Fans von interaktiven Filmen gibt es dennoch eine klare Empfehlung, wer aber mehr als das sucht, wird mit The Order leider nicht glücklich werden.

Wertungsbild 7

Positiv

+ Grafik und Setting überzeugen

+ Großartiges Deckungssystem

Negativ

– Quicktime Events furchtbar umgesetzt

– Gameplay Passagen bieten wenig Abwechslung

– Schwache Dialoge und Bossfights

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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