NBA 2K18 Review (PS4 Pro) – Ohne Konkurrenz in gewohnt guter Form

Entwickler: Visual Concepts
Genre: Sport
Plattformen: Nintendo Switch, PC, PS3, PS4, Xbox 360 & Xbox One
Veröffentlichungsdatum: 19. September

Alle Jahre wieder lacht die NBA 2K-Serie von Publisher 2K Sports von der Spitze der Basketball-Videospiel-Hierarchie und das jährliche Fehlen bzw. Versagen einer ernstzunehmenden Konkurrenz sollte der Spielereihe in den letzten Jahren eigentlich geschadet haben. Doch weil sich die Spiele übersee konstant unter den meistverkauften Videospiele des Jahres wiederfinden, scheut 2K Sports keine Kosten und Mühen um Fans Jahr für Jahr die beste Simulation der NBA-Action zu bieten. Auch dieses Jahr gelingt dies ohne Zweifel und es lassen sich wieder einige Änderungen und Neuerungen finden.

Der MyCareer-Modus

Der meistgespielte Spielmodus ist seit einigen Jahren eindeutig der MyCareer-Mode, in dem ihr einen Spieler erstellt und dessen Karrierepfad bestimmt und spielt. Der Umfang des Modus beschränkt sich jedoch nicht nur auf NBA-Matches, sondern beinhaltet auch Off-Court-Beschäftigungen wie sich mit seinem Agenten zu treffen, neue Sponsoren zu finden und in der Trainingshalle an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten. Die Nebenbeschäftigungen sind zwar optional und nicht notwendig, um eine erfolgreiche Karriere zu spielen, bieten jedoch mitunter die besten Story-Momente und Dialoge mit Mitspielern und anderen Charakteren. Außerdem könnt ihr euch mit eurem „MyPlayer“ mit anderen von Freunden oder Fremden erstellten Spielern im virtuellen Park treffen und Pick-Up Games spielen. Dafür werdet ihr sogar mit etwas In-Game-Währung und Attribut-Fortschritt belohnt. Man merkt eindeutig, dass den Entwicklern um der Beliebtheit des Spielmodus bewusst ist und hier klar einen Fokus setzt. Im Großen und Ganzen führt das zu einem unterhaltsamen Karriere-Modus, doch leider leidet er unter dem schleppenden Fortschritt, wenn es um die Fähigkeiten des Spielers geht. Hier kommen dann die optionalen Mikrotransaktionen zum Wirken, die teilweise nötig scheinen, damit nicht recht bald die Langzeitmotivation verloren geht.

MyTeam-Variationen

Vorweg muss gesagt werden, dass NBA 2K18 etwas zu sehr auf eine Online-Verbindung angewiesen ist. Zwar scheint dies eine Banalität, die die meisten Spieler nicht betreffen wird, aber der MyCareer-Modus verliert einen Großteil des Inhalts, wenn keine Online-Verbindung besteht, während MyTeam gar nicht gespielt werden kann. Ärgerlich war auch das automatische Beenden eines laufenden Matches, weil ich kurz die Internet-Verbindung trennte, obwohl für den jeweiligen Modus (Blacktop) keine aktive Online-Verbindung nötig ist. Der MyTeam-Modus unterteilt sich in verschiedene Sub-Modi, welche alle einen sehr unterschiedlichen Aufbau haben, jedoch mit demselben Team gespielt werden. Jenes Team setzt sich aus einem Starterpaket von Karten zusammen, zu welchen ihr zusätzliche Booster-Packs online kaufen könnt. FIFA-Spieler werden hier wahrscheinlich stark an den FUT-Modus aus EA’s Fußballsimulation erinnert und der Aufbau ist tatsächlich ähnlich. Auch hier werden Vertrags-Karten benötigt, um die Anzahl der verbleibenden Spielen einer Spielerkarte zu verlängern und diverse Bonus-Karten verbessern temporär die Fähigkeiten eurer Spieler oder verkürzen den Heilungsprozess einer Verletzung.

Die Herausforderungen steigen konstant in ihrem Schwierigkeitsgrad und in „Domination“ versucht ihr, jedes NBA-Team mit eurer Mannschaft zu besiegen und so ihre Dressen und Arenen zur Benützung freizuschalten. Eigene Jerseys, Arenen und auch das Logo eurer Mannschaft können auch selbsterstellt, müssen jedoch zuerst freigeschalten werden. Weiterhin könnt ihr in Seasons gegen Online-Gegner antreten, wo eure Siege und Niederlagen mitgezählt werden und ihr am Ende um die Meisterschaft antreten könnt. Eine unnötige Unbequemheit ist die Tatsache, dass in allen Online-Modi während ein Online-Gegner das Spiel pausiert, um Änderungen vorzunehmen, selbst keine Änderungen vorgenommen werden können. So sitzt man, wenn man Pech hat, zwei Minuten vor dem Bildschirm, nur um zu warten, wann der Gegenspieler mit seinen Anpassungen fertig ist.

MyGM/MyLeague und die restlichen Modi

Der MyGM-Modus unterscheidet sich, bis auf einige kurze Cutscenes, nicht groß von vorigen Ablegern der NBA 2K-Reihe. Hier liegt der Fokus darauf, das Management einer NBA-Mannschaft zu übernehmen und zum Erfog zu führen. Ihr übernehmt alle Aufgaben, die euch einfallen könnten. Von Eintrittspreisen bis hin zu Mitarbeiter-Auswahl und Spieler-Verträge habt ihr alles in einer Hand. Falls euch der Umfang zu viel sein sollte, könnt ihr im Vorhinein einstellen, welche Aufgaben der Assistent für euch übernehmen soll. Selbstverständlich könnt ihr jedes Spiel eurer Mannschaft selbst übernehmen und so zum Erfolg führen. Auch hier sind Mikrotransaktionen vorhanden, denn euer „MyGM“ kann durch Upgrades leichter bzw. schneller positive Ergebnisse erzielen, indem ihr zum Beispiel eure Chancen in Verhandlungen mit Spielern oder anderen Mannschaften steigert.

(c) 2K Sports

Diese Upgrades kauft ihr mit der In-Game-Währung, welche ihr über den jeweiligen Online-Store kaufen könnt. Der MyLeague-Modus ist sehr ähnlich zum MyGM-Modus, jedoch ist hier die (zugegeben minimale und eher unnötige) Story weggelassen und ihr könnt euch auf das Spielen mit eurer Mannschaft und die Anpassung der Liga und Regeln fokussieren. Ihr habt natürlich auch den Zugriff auf klassische Spielmodi wie „Online-Friendly gegen Freunde“ oder „NBA Blacktop“, in dem ihr von 1 gegen 1 bis 5 gegen 5 mit frei wählbaren Spielern die Wahl habt.

Das Gameplay

Der wahrscheinlich wichtigste Teil dieses Reviews, denn die große Anzahl an Spielmodi kann noch so gut sein, wenn sich das Gameplay am Basketball-Court nicht richtig anfühlt. Hier darf ich gleich entwarnen, denn Entwickler Visual Concepts lassen sich auch dieses Jahr nicht lumpen und haben einige sinnvolle Änderungen vorgenommen. So fühlen sich die Spieler erneut ein bisschen weniger plastisch an, bewegen sich großteils realistisch und werden auch oft von den Bewegungen direkter Gegenspieler beeinflusst und reagieren auf diese. So werden NBA-Begeisterte sich ziemlich schnell auf dem Parkett zu Hause fühlen und mit LeBron James und Russell Westbrook den Korb attackieren, während ihr mit Steph Curry und Kyrie Irving die Dreier regnen lässt.

Leider scheint der Schwierigkeitsgrad sich in den höheren Stufen nur mehr durch erfolgreiche Würfe zu unterscheiden, was auf dem höchsten Level „Hall of Fame“ das Spiel unfair erscheinen lässt. Angebrachter wäre eine taktische Steigerung der CPU im Bereich Wurfauswahl oder Ausnutzen von Mismatches im Gegensatz zu erfolgreichen Dreiern mit Spielern, die manchmal gar nicht dafür bekannt sind solche zu treffen. Apropos, im taktischen Bereich stehen einem jegliche Optionen offen, wenn auch Anfänger zu Beginn eventuell mit der Auswahlmöglichkeit überfordert werden könnten. Auch hier gibt es jedoch die Option, den Assistenten selbst entscheiden zu lassen, welche Spielzüge die geeignetsten sind.

Technische Probleme und abschließende Gedanken

Leider ist auch die heurige Version von NBA 2K nicht von technischen Problemen frei. Während die Action am Court großartig dargestellt ist, findet man bei genauerem Hinsehen (vor allem in Wiederholungen) einige Texturschwächen und Clipping-Fehler. In den Cutscenes musste ich teilweise Animationen von Menschen und deren Gesichtern ertragen, die im realen Leben eher albtraumerregend wären. Während diese den Spielspaß nicht beeinträchtigen, musste ich im MyCareer-Modus zweimal das Spiel komplett beenden, weil Bugs mich daran hinderten, weiter im Spiel fortzuschreiten oder das Menü zu öffnen. Auch online ist man von regelmäßigen (wenn auch kleinen) Lags nicht befreit, während man aber über eine sehr solide LAN-Leitung auf der PS4 Pro spielt. 2K Sports ist jedoch dafür bekannt, regelmäßig Updates für die Reihe zu veröffentlichen, also darf gehofft werden, dass solche Fehler in Zukunft seltener anzutreffen sind. Leider haben diese Updates in der Vergangenheit manchmal das Gameplay auch eher fragwürdig geändert, sodass zu viele Updates doch eher Fluch als Segen sein könnten.

Doch auch genug Positives kann zum Abschluss angemerkt werden. So hat man es endlich geschafft, das nach Installieren von NBA 2K18 kein Demo-Match mehr gespielt werden muss, während alle verbleibenden Inhalte installiert werden, wie es in vergangenen Jahren üblich war. Der Spielstart scheint ebenfalls schneller geworden zu sein (was an der PS4 Pro liegen könnte) und die Menüs sind modern und übersichtlich gestaltet, ohne den Spieler zu überfordern. Außerdem wurden neben neuen historischen Mannschaften auch All-Time-Teams zu jeder NBA-Franchise in die heurige Version dazugegeben, welches noch mehr Auswahl an Mannschaften bietet. Zu guter Letzt ist der Soundtrack sehr gelungen gewählt und bietet einen gewohnt guten Mix aus aktuellen Hip-Hop-Tracks und Klassikern.

Fazit

Das, was letztenendes ein gelungenes Basketball-Spiel ausmacht, stimmt. Das Gameplay fühlt sich gut an und mit ein wenig Übung ist die Steuerung auch schnell erlernt und intuitiv. Das Tutorial bietet eine gute Gelegenheit für Neueinsteiger, die doch komplexen Kombinationen aus Würfen und Dribbing-Moves zu erlernen und Veteranen werden sich recht schnell an den höheren Schwierigkeitsgraden bzw. online messen. Fragwürdig ist jedoch die Praxis mit Mikrotransaktionen, die über jeden Spielmodus, in dem sie eine Rolle spielen, geteilt werden. So dürften Fans, die alle Spielmodi auskosten möchten, recht schnell frustriert an ihre Grenzen treffen, wenn es darum geht, zusätzliche In-Game-Inhalte zu erwerben. Außerdem stellt sich mir die Frage, inwiefern die Reihe zurückgehalten wird, weil die Spiele noch immer für die letzte Generation von Spielekonsolen (PS3 & Xbox 360) optimiert werden müssen und ob die technischen Probleme damit zusammenhängen. Zum Glück halten sich diese jedoch großteils in Grenzen und Basketball-Fans können ohne Bedenken zugreifen, weil sie am Markt nichts besseres finden werden, wenn es darum geht, ihren Lieblingssport zu simulieren.

Positiv

+ Sinnvoller Feinschliff im Vergleich zur vorherigen Version
+ Überwältigende Vielfalt an Spielmodi und Anpassungsmöglichkeiten
+ Gameplay überzeugt in allen Belangen

Negativ

– Fragwürdiger Umgang mit In-Game-Währung und Mikrotransaktionen
– Erneut nicht frei von technischen Problemen

Written by: Dano

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