Marvel vs. Capcom: Infinite PS4 Review – Fanservice im Sparpaket

Die Fighting Game Serie Marvel vs. Capcom meldet sich mal wieder mit einem neuen Ableger zurück. Wir haben den Prügelspaß bereits für euch testen können und haben hier auch schon unseren ausführlichen Test für euch bereit.

Story-Modus oder auch Recycling Modus

Dank dem Team von NetherRealm Studios (Mortal Kombat X/Injustice) bekommen Fighting Game Fans jetzt auch endlich immer mehr gelungene Story-Modes bei der Konkurrenz. Auch Marvel vs. Capcom versucht hier das Beste aus den beiden Welten in einer klassischen Comic-Story zu verpacken, scheitert aber in vielen Bereichen dann doch deutlich. In 3-5 Stunden an Spielzeit dürft ihr an so ziemlich jeden Charakter aus dem aktuell verfügbaren Roster Hand anlegen und versucht Ultron Sigma zu bezwingen. Die einzelnen Auftritte der Charakter sind bis auf das teilweise sehr gewöhnungsbedürftige Charakter-Design recht amüsant ausgefallen, aber es bleibt weder bei der guten noch bei der bösen Seite bei einzelnen Kämpfen. Anfangs gibt es als Einstieg noch ein paar Tutorial-Anweisungen und ein paar Ultron-Handlager (wie bereits aus der Story-Demo bekannt) zum bekämpfen. Danach macht ihr euch mit vereinzelten Teams auf die Suche nach den Infinity Stones. Um der üblichen Comic-Logik gerecht zu werden rechtfertigt man das regelmäßige recyclen von Kämpfen und aufeinander treffen natürlich mit Zeitreisen. In Sachen Story hat man durch die gelungenen Cutscenes immerhin einiges an Unterhaltung, aber Gameplay-technisch will man bereits relativ schnell seine verlorene Zeit zurück die man mit wiederholenden Kämpfen verschwendet hat. Die besonders schwachen Designs von Charakteren wie Dante oder auch Chun-Li werden dann des Öfteren durch wirklich lieblose Audio-Einspielungen der einzelnen Synchronsprecher untermalt und sprechen für die wirklich niedrige Qualität von dem neuesten Marvel vs. Capcom Ableger. Im Fall von Chun-Li wurde zumindest seit der Story-Demo etwas nachgebessert, aber vom Original bleibt es weiterhin noch Welten entfernt.

Chun Li Dante Marvel vs. CapcomBildquelle

2 vs. 2 und Infinity Stones als Neuerung

Weniger chaotisch und mit etwas an frischen Wind. Die bisherigen 3 vs. 3 Kämpfe waren in den Vorgängern zwar sehr beliebt, aber in Sachen balancing und Abwechslung hat es dann aber dadurch doch gefehlt. Der Gameplay-Wechsel ist auf jeden Fall positiv zu sehen und bietet jetzt weitaus mehr Übersicht und Möglichkeiten für Neulinge. Weiters kann man jetzt vor jeden Kampf einen der diversen Infinity Stones auswählen um sich im Kampf einen Vorteil zu schaffen. Das heißt also, dass ihr neben den bisherigen Hyper Combo-Angriffen auch die Steine nutzen könnt um das Blatt zu wenden. Dadurch das beide Spieler aus allen Steinen auswählen können, hilft es ein wenig eine weitere Komponente für das balancing des Titels zu haben. Im Gegensatz zu den meisten Fighting Games, hat man sich bei Infinite anscheinend entschieden einfach allen Charakteren Projektile zu geben und auch sehr ähnliche Super-Attacken. In Kombination mit den Steinen endet das meistens in einem bunten Mix aus Hyper Combos, Fernangriffen und dem schnellen Wechsel zwischen den beiden Charakteren. Gegen menschliche Spieler kommen hier zum Glück relativ interessante Kämpfe heraus, aber gegen die KI sieht es hier wieder sehr mager aus. Hyper Combos werden auf den höheren Schwierigkeitsgraden fast ausschließlich geblockt in allen möglichen Positionen und sobald man ans andere Ende der Karte wechselt, fällt der KI meistens relativ wenig ein außer dieselben Fernkampfangriffe am laufenden Band zu servieren. Wir haben leider nicht wirklich einen Schwierigkeitsgrad gefunden, wo es gegen CPU Gegner etwas spannender wird und in Kombination mit dem schwachen Story-Modus fehlt es dem Titel leider sehr an Content für Singleplayer-Sessions.

 

Screenshot Infinite Marvel

Der Roster des Spiels ist sehr solide ausgefallen. Viele der DLC Charakteren hatten bereits einen kurzen Auftritt im Story-Modus und lassen zum Glück nicht sehr lange auf sich warten. Ansonsten finden sich zumindest oberflächlich betrachtet, alle Fanlieblinge aus beiden Universen. Wir haben uns auch in einigen Matches im Online und Arcade Modus versucht um noch etwas an Spielzeit aus dem Titel herauszuschlagen, aber auch hier glänzt Marvel vs. Capcom relativ wenig. Im Arcade Modus schaltet ihr lediglich nach dem besiegen des finalen Bosses zusätzliche Farben für eure gespielten Charaktere frei. Online hat es uns gute 10-15 Minuten gekostet um ein Match zu finden und das auch nur nachdem man die Einschränken aufs Minimum reduzierte. Lokale Gegner oder gar Gegner mit einer sehr guten Verbindung findet man noch seltener bis gar nicht. Die Filterung nach den Verbindungsstufen ist zwar eine nette Geste, aber wenig hilfreich wenn das Matchmaking nicht mitmacht.

Fazit

Marvel vs. Capcom: Infinite ist trotz lobenswerten Gameplay Änderungen ein ziemlicher Rückschritt für die Serie und bietet wirklich wenig was den Titel von der Konkurrenz abheben würde. Hardcore-Fans der beiden Serie werden zwar noch großteils ihre fehlenden Lieblinge durch DLCs nachgereicht bekommen, aber in der aktuellen Form ist der Titel wenig empfehlenswert.

Positiv

+ 2 vs. 2 und Infinity Stones gern gesehene Änderungen fürs Gameplay

+ Solide Gameplay Mechaniken

Negativ

– Story-Modus viel zu repetitiv

– Wenig Spiel Modi

– Schwaches Charakter/Sound Design

– Matchmaking/Online sehr dürftig ausgefallen

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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