Mario Party The Top 100 – 3DS Review

Die 100 besten Minispiele aus allen zehn Mario Party-Teilen von Nintendo 64 bis zur WiiU – klingt fast zu schön um wahr zu sein. Wer einen oder mehrere Titel aus der Vergangenheit gespielt hat, wird sicher persönliche Favoriten haben, aber auf der anderen Seite auch ein paar Spiele, die einem überhaupt nicht gefielen. Doch alles zu seiner Zeit, beginnen wir erstmal mit den verschiedenen Spielmodi die uns The Top 100 anbietet:

Minispiel-Inseln

Da anfangs noch nicht alle Minispiel freigeschaltet sind, spielt man diesen Single-Player-Modus, der in vier Level aufgeteilt ist. Es gilt über 100 Felder zu ziehen, wobei jedes der Felder ein eigenes Minispiel ist, das absolviert werden möchte. Falls man auf den vierten Platz gerät, verliert man ein Leben. An den jeweiligen Level-Enden steht eine Art Minibosskampf, ein 1 vs. 1 Minispiel, zum Beispiel gegen Donkey Kong oder Bowser. Der Modus macht aufgrund der Abwechslung viel Laune und kann in ca. 2 Stunden absolviert werden.

Turnier

Ein simpler Modus: Es werden entweder drei oder fünf Minispiele gespielt; wer die meisten gewonnen hat, ist zum Schluss der Sieger. Die Minispiele werden in vorgefertigten Paketen ausgewählt: Es gibt Pakete nach Genre (Sportpaket, Knobelpaket,…), nach Konsole (N64-Paket, GameCube-Paket,…), sowie Pakete, die man sich selbt zusammenstellt und einige weitere.

Dekathlon

Bei dem Dekathlon geht es nicht darum, die zehn (oder fünf für den Halbdekathlon) Spiele zu gewinnen, sondern Höchstpuntezahlen und Bestzeiten zu erreichen. Damit ist es theoretisch möglich, immer nur knapp hinter dem Erstplatzierten zu bleiben und erst im letzten Spiel ordentlich Punkte zu machen und dennoch den Gesamtsieg davonzutragen.

Minispiel-Match

Hinter diesem Modus versteckt sich augenscheinlich der Party-Modus mit dem Spielbrett, den jeder kennt, der schon mal eine Runde Mario Party gezockt hat. Sofort fällt aber auf das nur eine einzige Karte angeboten wird und diese dazu auch noch sehr klein ist. Sterne kosten nur noch 10 Münzen und manchmal können bis zu drei Sterne auf einmal gekauft werden. Minispiele finden nicht mehr nach jeder Runde statt, sondern erst wenn ein Spieler auf ein Minispiel-Feld steigt. Zudem würfeln und gehen die Charaktere zeitgleich über das Brett und wenn zwei von ihnen auf einem Feld landen, kommt es nicht wie früher zu einem Kampf-Minispiel. Das einzige, das nicht verändert worden ist, sind die einsetzbaren Items, die es einem beispielsweise erlauben einen zweiten Würfel zu benutzen oder einen Stern zu stehlen.

Die 100 Minispiele

Mario Party The Top 100 enthält mehr Minispiele als jeder einzelne seiner Vorgänger, doch kein einziges davon ist neu. Vielmehr versucht Nintendo uns unsere Lieblingsspiele vergangener Tage auf den 3DS zu bringen. Sehr viele dieser Spiele sind auch großartig und haben nichts von ihrem Charme verloren: Lawinen-Schlawiner (Mario Party 3), Druckerpresse (Mario Party 4) und Hürdenhüpf (Mario Party 7) sind nur drei Beispiele dafür, dass gut konzipierte Minigames auch Jahre später noch unglaublich witzig sein können. Einige der Minispiele erhielten unter anderem eine Anpassung an die Möglichkeiten des Nintendo 3DS: Pfeile verschießen, indem man in das Mikrofon bläst, Zeichnen mit dem Stylus und Lenken durch Motion Control. Wobei gerade letzteres nicht sehr genau umgesetzt wurde und durchwegs anstrengend werden kann.

Gerade auf der Rennstrecke schert man dank Motion Control oft an der Begrenzung

Wenn man 100 Spiele auswählen muss, ist es leider auch nicht zu vermeiden, dass einige uninspirierte oder gar langweilige dabei sind. Spiele, in denen nur der Stylus schnell gekurbelt werden muss oder man über drei Runden zufällig Zahlenkarten zieht und dann die meisten Punkte gewinnen zählen definitiv nicht zu den Höhepunkten der Reihe.

Fazit

Selbst wenn man die unliebsamen Minispiele und die mit schlechter Steuerung herausnimmt, sind immer noch genug tolle Minispiele übrig. Doch das ist auch gar nicht das Problem von Mario Party The Top 100. Viel mehr ins Gewicht fällt die Abwesenheit von dynamischen Multiplayer-Karten, denn genau das war es, dass für jede Menge Spieler den Reiz ausgemacht hat. Eine Mischung aus 50% guten Minispielen und 50% taktischen Spielebrettern ergaben in Summe 100% Mario Party -Spass. Die Entscheidung von Nintendo alle Spieler parallel ziehen zu lassen und nur eine einzige, ereignislose Karte in das Spiel zu nehmen, liegt an deren Ansicht, dass sich ein Spieler langweilt, wenn er nicht gerade am Zug ist und versucht deshalb das Tempo zu erhöhen und immer alle Spieler gleichzeitig zu beschäftigen (man denke dabei nur zurück an das Auto in Mario Party 10). Dabei bleiben aber ein Großteil der Elemente auf der Strecke, welche die Spielereihe früher so beliebt gemacht hat. Andere Spielemodi gab es früher auch schon, aber sie waren nur komplementär zum Party-Modus.

Unterm Strich ist Mario Party The Top 100 eine klasse Minispiel-Sammlung, die über das praktische Download Play mit bis zu drei weiteren Freunden gespielt werden kann; an die Glanzzeiten der Reihe auf Nintendo 64 und GameCube reicht der Titel aufgrund des Fehlens eines echten Party-Modus aber nicht mal ansatzweise heran.

 

 

 

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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