Killing Floor 2 Review – Hellraiser lässt grüßen

Nach etwa einem Jahr in der Early Access Phase ist Killing Floor 2 nun für PC und Playstation 4 erschienen. Wir haben uns durch Unmengen an Zeds gekämpft um herauszufinden, was der Survival Shooter alles zu bieten hat.

A (gore-)feast for the eyes

In Killing Floor 2 kämpft ihr, ähnlich wie in vergleichbaren Horde Shootern, solo oder kooperativ gegen mehrere Wellen von Gegnern, bevor ihr den finalen Boss bezwingen müsst. Eure Widersacher sind dabei die so genannten „Zeds“, die quasi eine mutierte Klon Armee darstellen, die teils heftig kybernetisch modifiziert worden sind. Das erste was einem dabei buchstäblich ins Auge sticht ist die schiere Menge an blood and gore die durch die modifizierte Unreal Engine 3 auch wunderbar in Szene gesetzt wird. Die Zeds sehen wirklich widerlich und verstörend aus, vor allem da bei den unterschiedlichen Gegnertypen in bester Hellraiser Manier zu sehen ist, auf welche Art und weise diese gefoltert worden sind, bevor sie auf die Überlebenden losgelassen wurden. In Hinblick auf Grafik, Design und Präsentation macht Killing Floor 2 einiges her (vor allem für den Preis von rund 20 Euro) und schon hier wird klar, dass die Entwickler insgesamt sehr viel liebe zum Detail gehabt haben. So gibt es zum Beispiel eigene Modelle für jeden einzelnen Zed, die nur dann zum Einsatz kommen, wenn ihr diese zum Beispiel mit einem Molotov Cocktail verbrennt, oder mit der „Microwave gun“ von Innen zum kochen bringt.

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Eine überraschende Vielfalt an Klassen

Eine Besonderheit die Killing Floor 2 zu bieten hat sind die 10 Klassen die euch von Anfang an zu verfügung stehen und die sich unabhängig von einander aufleveln lassen. Zu Beginn besteht der klare Unterschied zwischen diesen so genannten Perks nur darin, welche Waffen euch zu verfügung stehen, beziehungsweise welche ihr sinvollerweise einsetzen solltet, alle 5 Level jedoch schaltet ihr einen neuen Skill frei, sodass die gewählte Klasse bald eine ganz bestimmte Rolle in den Kämpfen einnehmen kann. So spezialisiert sich der Berserker auf das Tanken, oder der Firebug auf Crowd Control Waffen. Darüberhinaus bekommt jede Klasse mit jedem Stufenaufstieg bestimmte buffs, die euch stets stärker werden lassen. Generell fühlt sich das aufsteigen sehr gut an und bietet,gerade für Solo Matches, definitiv eine gewisse Langzeitmotivation. Dank der vier Schwierigkeitsstufen wird Killing Floor 2 auch nicht langweilig und sobald ihr das Gefühl habt, für eine bestimmte Schwierigkeit zu stark zu sein könnt ihr zu der nächsten wechseln, um die Herausforderung erneut deutlich zu erhöhen.

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„Es sind die kleinen Dinge, die wirklich glücklich machen“

Wie bereits erwähnt, ist Killing Floor 2 voller Details, die das Spiel von der breiten Masse abheben. Die Waffen fühlen sich zum Beispiel alle wirklich unterschiedlich und deutlich realistischer an als in etlichen Vollpreis-Shootern. Besonders gut zur Geltung kommt dies, da viele Waffen die üblicherweise als „Spezialwaffen“ eingestuft werden, wie Raketen- oder Flammenwerfer, Standardwaffen für bestimmte Klassen sind und man sie dementsprechend häufig nutzt. Außerdem kann man frei die vorhandenen Charaktere und Perks auswählen, es ist also möglich unabhängig von der Ausrüstung die man verwenden möchte auch die Person zu spielen, die einem am meisten zusagt. Diese verändern ihre Sprüche (die übrigens in angenehmen Abständen kommen und nicht nervig werden) auch je nach gewähltem Perk, sodass hier bereits mehr Immersion gegeben ist, als in vielen vergleichbaren Titeln. Und wenn ihr die Nachladen-Taste drückt, aber ein volles Magazin habt, wird eurer Charakter je nach Waffe das Magazin checken, oder etwa Kimme und Korn adjustieren. All das mögen Kleinigkeiten sein, sie tragen jedoch dazu bei, dass Killing Floor 2 nicht schnell langweilig wird und sich einfach lebendig anfühlt.

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Etwas seltsam, wenn auch nicht tragisch sind die verworrenen Mikrotransaktionen. Nach manchen Runden bekommt ihre eine von vielen unterschiedlichen Lootboxen (die ich auch seperat erstehen könnt), für deren Öffnung ihr dann um rund 2 Euro einen key erstehen müsst und die Skins und ähnliches enthalten können. Außerdem könnt ihr erhaltene kosmetische Gegenstände wie Masken und Waffenskins via Steam kaufen und verkaufen. Merkwürdig sind dabei die Preise, so gibt es seltene Masken, die ihr für ca. 70 Euro erstehen könnt und weniger seltene für ca. 10 Euro. Wem Skins und der gleichen sehr wichtig sind muss hier also extrem geduldig sein und immer wieder keys kaufen, oder sehr tief in die Tasche greifen.

Fazit

Killing Floor 2 ist für den niedrigen Preis von etwa 20 Euro sehr gelungen. Es gibt wenig Story und über die Charaktere erfahrt ihr nicht mehr als das, was ihr in deren Profil nachlesen könnt, jedoch macht der Titel in Bezug auf Grafik und Gameplay einiges her und bietet einige Features die die Langzeitmotivation durchaus fördern. Sowohl der Solo als auch der Koop Modus sind gelungen und sehr gut ausbalanciert und seit neuestem gibt es auch einen PvP Modus, in dem ihr selbst die Kontrolle über Zeds übernehmen könnt.

Wertungsbild 8,5

Positiv

+ Großartige Präsentation

+ Viele spannende Klassen und Waffen

+ Sinnvolle Schwierigkeitsgrade für Solo und Koop Modi

+ Etliche kleine Details, die das Spiel eizigartig machen

+ Stimmiger und sehr guter Soundtrack

Negativ

– Große, aber auf Dauer teilweise unspannende Maps

– Der Solo Modus leidet darunter, dass manche Waffen gegen bestimmte Zeds eher nutzlos sind

– Wenige, aber zum teil störende Bugs

Written by: Julian Reininger