Hellblade: Senua’s Sacrifice PS4 Review – Walking Simulator trifft auf Devil May Cry

Seit kurzem ist Hellblade nun endlich für PS4 und PC erschienen. Ein AAA-Titel mit dem Budget eines Indie Projekts könnte für die Industrie wegweisend sein, aber was liefert Hellblade für den Preis von 29,99€ wirklich? Wir haben den Titel für euch ausführlich getestet und verraten euch wie immer im Test was euch erwarten wird.

Überraschend gelungenes Storytelling

In Hellblade greifen die Entwickler von Ninja Theory ein bisher eher selten erkundetes Thema in der Videospiel-Welt an. Psychische Erkrankungen werden eher selten in Spielen behandelt und die Art wie das Spiel euch in die Lage von Senua versetzt ist einmalig. Die erdrückende Stimmung zieht sich durch den gesamten Spielverlauf. Ihr werdet ständig von ihren inneren zweifeln begleitet und auch die Welt um euch herum versucht euch ständig zu täuschen und euren Charakter zu schwächen. Hin und wieder sind die Entwickler hier aber auch etwas über das Ziel hinausgeschossen, da die verschwommenen Effekten bei den diversen Gegenständen wie Fackeln und den Lichteffekten am Bildschirm selbst auf Dauer dann doch etwas auf die persönliche Gesundheit gehen können. Als Stilmittel absolut gelungen eingesetzt, aber spielerisch eher nur als technisches Manko zu sehen was euch etwas bei dem lösen der diversen Rätsel behindern kann. Was man neben der kurzen Spielzeit von 4-6 Stunden immer beachten muss ist, dass es sich hier eigentlich nicht um einen Vollpreis Titel im klassischen Sinn handelt. Ninja Theory schafft es hier mit einer beeindruckenden grafischen Leistung inklusive ihren bekannten Gameplay-Elementen aus DmC und Heavenly Sword einiges zu vertuschen, aber leider nicht wirklich alles.

Screenshot Hellblade PS4 Pro

Neben der fesselnden Geschichte und beeindruckenden visuellen Effekten unterhält euch Hellblade nämlich mit vereinzelten Kampfeinlagen und Rätsel-Aufgaben. Hier merkt man dann doch stark was unter dem niedrigen Budget am meisten gelitten hat. Die Kampf-Mechaniken in Hellblade brauchen sich keineswegs hinter den bisherigen Projekten von Ninja Theory verstecken, sind aber auch nur auf die Grundvariante reduziert. Leichter Angriff/Starkter Angriff/Blocken/Anstürmen/Ausweichen und eine Spezialfähigkeit. Spielerisch gehen die Moves zwar sehr intuitiv von der Hand, aber aufgrund der beschränkten Variationen der Angriffe und Gegner wiederholt sich der Ablauf über das gesamte Spiel. Es ist mit Sicherheit eine gelungene Auflockerung von den klassischen Walking Simulatoren wie Firewatch, What Remains of Edith Finch usw. aber immer noch zu wenig. Auch bei den Rätselaufgaben erwartet man sich anfangs doch ein paar passende Twists zur Story, bekommt dann aber immer wieder ein simples Such-Spiel für das abgleichen von Symbolen.


PS4 Pro Senua Screenshot

Technische Meisterleistung

Wie wir bereits berichtet hatten, dürfen sich PS4 Pro Besitzer auf einige nette Features freuen. Gerade die Wahl zwischen erhöhter Auflösung oder einer besseren Framerate hilft bei der Wahl zwischen der eigentlichen Storylastigen Erfahrung oder den brachialen Kämpfen des Spiels. Die Unterwelt Hel in der ihr euch den unzähligen Dämonen von Senua stellt ist sehr atmosphärisch gestaltet und bietet einige nette Ausblicke in die Ferne. Eine nette Geste sind auch die einzelnen Runensteine die euch etwas an Hintergrundgeschichte zur Sagen sagenumwobenen Welt der Wikinger bringt. Interessant ist auch die Tatsache, dass euch das Spiel am Anfang mit dem löschen eures Spielstandes droht, falls ihr im Laufe der Story zu oft sterben solltet. Uns ist es kein einziges Mal passiert und wer mit Action-RPGs und Hack and Slay Titeln vertraut ist, sollte hier auch keinerlei Probleme haben. Viele der Gegner geben euch genügend Zeit euch regelmäßig bei Fehlern zu erholen.
Screenshot PS4 Pro Senua

Fazit

Hellblade fehlt es in einigen Bereichen zwar an Substanz, aber durch den Startpreis von gerade einmal 29,99€ lässt sich hier einiges verzeihen. Ninja Theory hat hier einen wirklich mutigen Schritt gewagt und es hat sich definitiv ausgezahlt. Wer hier die Gameplay-Elemente eines vollwertigen Hack and Slay Ablegers fordert, sollte den Titel eher auslassen. Alle anderen erwartet eine großartige Geschichte die ein wirklich schwieriges Thema in einer passenden Atmosphäre durchleuchtet.

Positiv

+ Unglaublich gelungenes Setting und Storytelling

+ Grafik und Atmosphäre überzeugen

+ Gute Umsetzung von einem schwierigen Thema

Negativ

– Gameplay und Rätsel-Aufgaben viel zu simpel und repetitiv ausgefallen

– Fehlende Gegner Variationen

– Kaum Möglichkeiten für ein eigenständiges erkunden der Welt

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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