Großes Comeback nach 40 Jahren: Atari zeigt seine neue Konsole

Der Name Atari ist eigentlich so ziemlich jedem bekannt. Man verbindet ihn mit den 8 Bit-Spielen: Pong, Asteroids, Pac-Man. Eine längst vergangene Welt, die viele Gamer von heute überhaupt nie kennengelernt haben. So weit entfernt erscheint die Zeit, wenn man mit seiner PS4 Pro oder Xbox One X auf dem 4K Flatscreen zockt. Nun steigt Atari wieder aktiv in den Konsolenmarkt ein: Die Ataribox, die nächste Jahr erscheinen soll, ähnelt vom Design her der Atari 2600, der ersten und erfolgreichsten Konsole des Unternehmen, die 1977 erstmals in Nordamerika im Handel erhältlich war.

Die Ataribox soll tonnenweise Klassiker der damaligen Zeit enthalten und verspricht auch neue Spiele im Sortiment zu haben. Allerdings wurde nicht genau bekannt gegeben, ob diese neuen Spiele eigens von Atari entwickelt werden oder ob es sich dabei nur um Portierungen von aktuellen Spielen handelt. Um leistungsfähing dafür zu sein, wird die Konsole mit einem AMD Prozessor und Radeon-Grafikkarte ausgestattet, als Betriebssystem sieht Atari Linux vor. Zudem soll die Konsole verschiedene Streaming- und Musikdienste unterstützen, sowie Zugriff auf Social-Media Plattformen bieten. Insgesamt gehen Atari´s Vorstellungen in Richtung PC für den Fernseher.

Unweigerlich fällt einem bei dieser Auflistung an Features die Steam Machine ein, die ebenfalls PC-Hardware für den Fernseher geboten hat. Steam konnte damit allerdings keine großen Erfolge erzielen und die Steam Machine ist heute bereits nahezu vergessen, obwohl sie erst vor zwei Jahren erschienen ist. Atari scheint das aber nicht weiter zu stören, denn es gibt ja einen entscheidenden Unterschied zu der Konsole von Steam: die Atari-Klassiker!

Pitfall war eines der grafisch aufwendigeren Spiele für die Atari 2600

Atari scheint sich ganz offensichtlich einen ähnlichen Erfolg wie Nintendo mit seinen Retro-Konsolen (NES Classic und Super NES Classic) zu erhoffen. Die Nachfrage nach diesen beiden ist noch immer so hoch, dass Drittanbieter das Sortiment aufkaufen und dann für wahnwitzige Preise weiter verkaufen. Natürlich wollen da andere Unternehmen ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben, doch wie groß ist heutzutage das Verlangen nach angestaubten Atari-Spielen? Das letzte Mal, dass jemand freiwillig Pong gespielt hat, war, als es neben Snake das einzig verfügbare Spiel auf den alten Nokia-Handys war.

Nach all den Jahren immer noch das beste Mobile Game

Die Spielebibliothek von Nintendo enthält lauter zeitlose Klassiker, die noch immer von jeder Menge Leuten über Emulatoren gespielt wird, während die Spiele von Atari im Gegensatz dazu hauptsächlich noch in Museen Erwähnung finden. Natürlich gibt es noch Fanboys, wie von eigentlich jeder Konsole, aber wieviel Profit kann sich Atari hier wirklich erwarten? Was uns zu den momentanen Preisvorstellungen für die Ataribox bringt: Atari überlegt $250-300 (umgerechnet um die 210 – 250 Euro) für das Gerät zu verlangen. Es steckt zwar ordentlich Leistung unter der Haube, aber für den Preis werden sich wohl viele lieber eine NextGen-Konsole leisten, die bereits eine große Spielebibliothek vorweisen kann.

Über 200€ ist ein wenig viel für eine Runde Asteroids…

Übrigens: Atari hat nach dem 2600 Modell noch das 5200 Modell herausgebracht, der Verkauf der beiden Systeme wurden nach dem Videospiel-Crash 1983 (den Atari selbst verursacht hat; Stichwort E.T.) aber gestoppt. Das Unternehmen ging im Konsolenmarkt mit dem groben Misserfolg des Atari Jaguar (gegen Konkurrenten wie Nintendo 64, Sega Saturn und der dominierenden Playstation) völlig in die Knie und war von da an nur noch als Publisher tätig. Jüngste, eErwähnenswerte Spiele die von Atari verlegt wurden, wären zum Beispiel der erste Teil der Witcher-Reihe 2007 oder Baldur’s Gate II: Enhanced Editon (2013). Es bleibt abzuwarten wie sich die Rückkehr von Atari in die gegenwärtige 8. Generation der Konsolen auswirkt, aber viele Stimmen äußern jetzt schon Skepsis gegenüber der Ataribox. Noch hält der ehemalige Videospiel-Titan fest an seinem Projekt…

 

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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