Gang Beasts PS4 Review – Der Party-Prügler mit Schönheitsfehlern

Offline-Multiplayer sind seit einigen Jahren rar auf Xbox und Playstation geworden und obwohl sich Sony nun mit PlayLink bemüht einen Spagat zwischen Mobile Gaming und seiner Konsole zu machen, sieht es in den Bereichen Splitscreen-Racer/Shooter und bei Beat’em Ups für mehr als zwei Spieler dennoch sehr karg aus. Mit Gang Beasts hat es nun aber endlich ein neue Multiplayer-Kloppe auf die PS4 geschafft, wobei das Adjektiv “neu” mit Vorsicht geäußert werden sollte.

Die Menüführung wirkt als wäre sie aus den Achtzigern

Entwicklerstudio Boneloaf arbeitet schon seit 2014 an dem Spiel, die Beta konnte man schon im August selben Jahres auf Steam kaufen und wurde von Early Access-Spielern durchwegs positiv bewertet. Nachdem es sage und schreibe drei Jahre bis zum offiziellen Release gedauert hat, sind inzwischen Stimmen laut geworden, dass Gang Beasts viel an Spielspaß durch Änderungen am Gameplay eingebüßt hat. Knockouts durch gegnerische Schläge sowie Kollision mit Wänden und dem Boden bremsen die Spielegeschwindigkeit ein, zahlreiche Glitches sind nicht behoben worden und generell sind viele Leute sauer, dass es so wahnsinnig lange  gebraucht hat um ein relativ kleines Game fertigzustellen.

Es gibt zumindest mehr Optionen zur Charakteranpassung als je zuvor

Doch auch in seiner momentanen Form kommt bei Gang Beasts jede Menge Spaß auf: Offline können sich bis zu 4 Spieler gegenseitig schlagen, schubsen und von der Kante werfen, online ist sogar eine 8-Spieler-Partie möglich. Neben dem Standard “Jeder gegen Jeden” gibt es außerdem noch Teamkampf, Wellen (Kampf gegen NPCs) und Fußball zur Auswahl und mit 17 verschiedenen Austragungsorten wie Riesenrad, Lifte, Zeppelin und Laster, die alle ihre eigenen Gefahren mit sich bringen, mangelt es nicht an Abwechslung.

Im Laster-Level muss man zum Beispiel noch auf entgegenkommende Verkehrschilde achten

Zusammengefasst funktioniert Gang Beasts als Party-Spiel unglaublich gut und dank der einfachen Steuerung haben Einsteiger und Langzeit-Zocker ungefähr die selben Siegeschancen und es kommt zu keinen unfairen Spielverhältnissen wie bei vielen anderen Beat’em Ups, außerdem ist das Spielprinzip, Gegner von Plattformen werfen, sofort für jeden verständlich. Andererseits weist der Fußball-Modus noch immer unzählige Glitches auf, die Ballphysik wechselt von ungenau bis zu dem Punkt, indem der Ball unkontrolliert über dem Feld schwebt. Trotz all der Schwächen, die das Spiel hat, bleibt der simple Kern der Mechanik ungetrübt und beweist sich als eines der besten Partyspiele des Jahres.

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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