Final Fantasy XV PS4 Review – Der Boyband Simulator

Am 29. November erscheint Final Fantasy XV offiziell bei uns im Handel. Wir haben den Titel bereits die letzten Tage ausgiebig auf der PlayStation 4 antesten können und verraten euch im Bericht, warum der Titel vielleicht doch nicht ganz an die hohen Erwartungen herankommen wird.

Das wahrscheinlich längste Tutorial der Welt

Gute 10 Jahre warten Fans der Serie bereits auf Final Fantasy 15 bzw. damals noch als Versus betitelt, bei der ersten Ankündigung. Das Entwickler-Team von Square Enix hat den Titel auch nochmals kurz vor dem offiziellen Release im September verschoben, um die letzten Performance Probleme zu beheben. Hier müssen wir schon Mal ein großes Lob an Square Enix aussprechen für diese tragende Entscheidung. Die schlechte Performance aus den bisherigen Demo-Versionen wurde behoben und auch das gesamte Spiel über, sind uns keinerlei Framerate-Einbrüche oder sonstige technische Fehler untergekommen. Wo die Entwickler anscheinend mit weniger viel Liebe voran gegangen sind, ist die Geschichte des Spiels und deren Präsentation. Trotz eines zusätzlichen Filmes mit Star-Besetzung und eines eigenen Animes, bleiben jede Menge Lücken in der Geschichte von Final Fantasy XV und viele Charaktere werden zwar interessant vorgestellt, kriegen dann aber im Laufe des Spiels keinerlei Auftritte mehr. Was uns zu einem weiteren starken Kritikpunkt bringt. Eure Party ist zum ersten mal in Final Fantasy fixiert und wird bis zum Ende des Spiels nicht erweitert (Spoiler) bis auf eine kurze Ausnahme mit einem Nebencharakter, der wie zuvor auch nur sehr kurz in die Geschichte geworfen wird (Spoiler Ende) Die Boyband im legeren Leder-Outfit nimmt damit die meiste Spielzeit von Final Fantasy 15 in Anspruch, die in Sachen Hauptquests bei 17-20 Stunden liegt. Von spannenden Diskussionen über Essen, Selfies und das Brautkleid über das die Jungs doch in der Zeitung gelesen haben, gibt es noch jede Menge wiederholende Beschwerden über die Hitze in manchen Gebieten oder das Fehlen von Gegnern.

Cerealkillerz Final Fantasy 15 Pro Screen

Weibliche Charaktere gibt es leider nur in Form von einfallslosen Dorfbewohnern, die sich auch sehr gerne in ihren Tätigkeiten und Dialogen wiederholen oder auch ein paar Story-Charakteren mit kurzen Auftritten, wie zum Beispiel das regelmäßige erweitern eurer Ausrüstung, eures Autos oder einfach zum waschen eurer Frontscheibe im knappen Outfit. Wer trotz der schwachen Geschichte auf fordernde Kämpfe hofft, wird leider auch enttäuscht werden. Wegen der vielen Gameplay-Neuerungen haben sich die Entwickler wohl eher entschieden, das Spiel einfach zu halten. Im Gegensatz zum 10-15 linearen Tutorial von Final Fantasy 13, dürft ihr euch im neuesten Final Fantasy Ableger auf Händchen halten bis zu den letzten Quests des Spiels freuen. Gegner erfordern nicht wirklich das meistern der interessanten Gameplay-Mechaniken oder taktische Schachzüge, sondern rein den Einsatz eurer neuesten Waffen/Zauber oder das simple teleportieren zu einer höheren Stelle und ein wenig Timing bei den Angriffen. Wirklich gut funktioniert euer Team auch nur in offenen Schauplätzen. Sobald die Kämpfe in engen Gängen stattfinden, verliert ihr teilweise euer halbes Team hinter verschlossenen Türen oder die halbe Koordination endet durch die schlechte Kameraführung in einem einzigen Chaos.

Final Fantasy XV PS4 Screen 2

Gameplay und Endgame im Detail

Mit Final Fantasy 15 geht das Team von Game Director Hajime Tabata einen wirklich mutigen Weg in die richtige Richtung. So sehr auch Final Fantasy Veteranen das Turn-Based Kampfsystem vermissen werden, die actionlastige Variante von XV ist absolut gelungen, liefert aber immer noch deutlich Spielraum für Verbesserungen. Gerade bei den Spezial-Fähigkeiten eurer Team-Mitglieder fehlt es etwas an Vielfalt und meistens ist der Einsatz der einzelnen Fähigkeiten relativ sinnlos, da Noctis zu viel Schaden währenddessen nehmen kann. Ansonsten bekommt ihr mit jeder neuen Stadt auch neue Waffen und Ausrüstungen von Händlern, die eure Skills sinnvoll erweitern, wie auch schon in den Vorgängern. Spezialwaffen gibt es in eigenen Dungeons, die im Endgame durch starke Gegner wie zum Beispiel den bereits vorgestellten Bandersnatch bewacht werden. Hier spielt der Titel auch wieder die Stärken der Serie aus. So repititv die meisten Nebenquests auch sind, die Endgame Gegner haben es in sich und erfordern einiges an grinden um es mit Level 50-70+ Gegner aufnehmen zu können. Auch die Schnellreise ist wieder einmal phänomenal gelöst worden. Sobald ihr ihn am Anfang des Spiels wieder zum Laufen gebracht habt, steht euch der Wagen namens Regalia für die Reise zur Verfügung und danach auch Chocobos, die sich durch eine Nebenquest freischalten lassen.

Car Screen Final Fantasy Regalia

Egal ob unterwegs oder auch im Auto lassen sich auch Soundtracks aus den älteren Final Fantasy Ablegern abspielen, die ihr in den diversen Shops kaufen könnt. Zusammen mit vielen bekannten Gesichtern in Gegnerform oder auch den üblichen Beschwörungen, sind dann doch noch ein paar nette Features für Fans der Serie mit dabei, die vor allem durch die überzeugende grafische Leistung von Final Fantasy 15, so gut aussehen wie noch nie. Es ist sehr empfehlenswert sehr früh die notwendige Quest für die Chocobos zu erledigen, da die Fußwege zu den einzelnen Quests sehr langwierig sind und die Gebiete der Open World etwas unspektakulär ausgefallen sind. Erwähnenswert sind auch noch die einzelnen „Hobbys“ der Charaktere wie fischen, Fotografie oder auch kochen. Wie auch die diversen Mini Games des Spiels, sind es zwar nette Extras, aber bieten weitaus weniger Liebe zum Detail, als in den bisherigen Final Fantasy Teilen. Wer neben der Hauptstory Abenteuer und Unterhaltung erleben will, wird sich wohl nur mit fordernden Endgame Bossen zufrieden geben müssen.

PS4 Pro Morbol Screenshot

Optisch kann man Final Fantasy XV so gut wie nichts vorwerfen. Die Gebiete könnten zwar etwas mehr Leben vertragen und vor allem die Städte etwas interessante NPC’s und Anlaufstellen, aber ansonsten läuft das Spiel sowohl in 1080p/30fps als auch in 1080p/60fps auf der PS4 Pro fehlerfrei. Angenehme Ladezeiten und entspannte Auto-Fahrten runden das Gesamtbild dann noch etwas ab. Auch beim Kampf mit der Kameraführung in der Hitze des Gefechts, bleibt die Framerate eigentlich durchgehend stabil. Was optisch wohl am meisten überzeugt, sind die alt bekannten Beschwörungen, die so episch wie noch nie aussehen. Leider auch zusammen mit dem Todeszauber gegen Ende des Spiels etwas zu stark. Gerade die Endgame Bosskämpfe werden durch die Beschwörungen von Ifrit, Shiva und co. zu einer etwas leichten Aufgabe.

Final Fantasy XV erscheint am 29. November für PlayStation 4 und Xbox One.

Fazit

Final Fantasy XV ist durch die schwache Story, die limitierte Party und die starken Gameplay-Neuerungen definitv kein Spiel für Fans der Serie. Neueinsteiger hingegen bekommen zumindest ein visuell gelungenes Action-RPG mit fordernden Endgame-Content. Die negativen Punkte überwiegen leider bei Final Fantasy 15, fallen aber nur stark ins Gewicht, wenn man den Großteil der Vorgänger intensiv gespielt hat.

Wertungsbild 7,5

Positiv

+ Solide Performance und Grafik

+ Gelungene Gameplay Mischung aus Turn-Based und Hack and Slay

+ Fordernder Endgame-Content wie üblich für die Serie

Negativ

– Trotz zusätzlichen Film mit Star-Besetzung und eigenem Anime wirklich schwache Story

– Hauptquests wirken wie überlanges Tutorial

– Party auf die 4 Hauptcharaktere limitiert

– Langweilige Städte und NPC’s

– Zu wenig Vielfalt in den Fähigkeiten und Taktiken eures Teams

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer