Dishonored 2 PS4 Review – Der Kampf um den Thron

Nach dem großartigen Remaster-Revival von Dishonored auf der PS4, ist ab den 11.11.2016 endlich der lang erwartete Nachfolger im Handel erhältlich. Ob der Titel dem magischen Release-Date wirklich gerecht wird und was euch generell alles in Dishonored 2 erwarten wird, könnt ihr wie immer bei uns im Test nachlesen.

Schleichend zurück an die Macht

Wie ihr in unserem Gameplay Video mit den ersten Minuten von Dishonored 2 sehen könnt, hat Corvo und Emilie nicht lange Ruhe vor bösen Machenschaften. Emily ist zur rechtmäßigen Thronfolgerin herangewachsen und bringt auch neben Corvos bekannten Fähigkeiten-Set, eine Portion an neuen Gameplay Mechaniken mit ins Spiel. Früh im Spiel werdet ihr gezwungen euch zwischen Corvo oder Emily zu entscheiden. Bis auf kleine Abänderungen, verhält sich die Geschichte sehr ähnlich, aber die Fähigkeiten die euch zur Verfügung stehen, sind der entscheindende Punkt und auch der wohl größte Fokus der Entwickler von Arkane Studios gewesen. Es gibt zusätzlich auch die Möglichkeit das gesamte Spiel über auf alle Fähigkeiten zu verzichten, empfiehlt sich aber eher nur für Stealh-Action Veteranen, da dadurch das Spiel um einiges schwieriger wird. Dishonored 2 durchleuchtet die Familien-Geschichte rund um die Kaldwins und gibt euch auch etwas Hintergrund Infos zu Corvos Vergangenheit und die Welt von Dishonored. Wenn ihr schnell mit der Steuerung zurecht kommt und nicht viel Wert auf einen perfekten Durchlauf legt, benötigt ihr auf Normal um die 6 Stunden. Zielführend ist die Spielweise bei Dishonored nicht wirklich, da ihr ein schlechteres Ende präsentiert bekommt und auch sehr viel Potenzial des Titels nicht nutzt. Wir empfehlen euch die Welt wirklich gut zu erkunden und euch bei den Missionen Zeit zu lassen. Es ist zwar nicht immer leicht, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Cerealkillerz Dishonored 2 Screenshot

Gelungene Fähigkeiten-Vielfalt

Die Entscheidung zwei spielbare Charaktere zu liefern, bietet Unmengen an Gameplay-Vielfalt und wird gerade Fans von Schleich-Einlagen zusagen. Leider fällt dadurch die Geschichte etwas kurz und bis auf wenige Ausnahmen etwas unspektakulär aus. Dafür habt ihr eine der bisher wohl größten Spielwiesen zum austoben, die es bisher in einem Stealh Spiel gegeben hat. Jede Missionen bietet Unmengen an Lösungsansätzen und durch die ausgefallen Fähigkeiten-Sets von Corvo und Emily, könnt ihr jede Mission auf euren eigenen Weg angehen. Leider kann man viele der Fähigkeiten eigentlich nie einsetzen, wenn man einen perfekten Durchlauf erreichen will, was euch eigentlich durchgehend auf reines schleichen beschränkt. Hier spielen die Aufträge und Herausforderungen des Spiels leider des Öfteren nicht ganz mit, da ihr in viele Situationen geworfen werdet, wo ihr kämpfen müsst oder zumindest manche Fähigkeiten von Vorteil wären. Es gibt zwar so gut wie immer einen alternativen Ansatz, aber der ist meistens sehr schwer zum erreichen. Dishonored 2 schafft es auch wieder einmal, dass sammeln von Gegenständen und Hinweise interessant zu gestalten. Auch die wenigen Rätsel-Aufgaben die euch gestellt werden haben es in sich und werden euch einiges abverlangen. Die Vielfalt im Gameplay-Bereich hört nicht wirklich bei den Fähigkeiten auf. Die verschiedenen Schauplätze bieten immer mehrere Möglichkeiten eure Waffen und Gegenstände mit Wasserleitungen oder Ratten zu kombinieren, um leichter an den Gegner vorbeizukommen, oder sie einfach auszuschalten.

PS4 Pro Screenshot Dishonored 2

Wer bereits bei Titanfall 2 die Möglichkeit Zeit zu manipulieren gemocht hat, wird sie in Dishonored 2 lieben. Emilys Fähigkeiten sind generell absolut gelungen und bieten vor allem bei brenzlichen Situationen, sehr kreative Wege um einen Kampf zu entgehen oder für sich zu entscheiden. Für Entdecker gibt es vieles zu finden in der großen und vor allem wunderschönen Welt von Dishonored 2. Die verschiedenen Städte sehen phänomenal aus und bieten einige Überraschungen, wenn man sich genau umsieht. Was man Dishonored 2 leider immer noch vorwerfen muss, ist die dürftige Gegner KI. Außerhalb des Kampfes reagieren die Wachen eher schleißig bei der Sichtung von euch und auch im Kampf selbst ensteht eigentlich nie wirklich ein Gefecht, sondern nur ein Instant-Kill oder sie lassen sich von euch mit allen Waffen die ihr habt nach und nach bombardieren, mit sporadischen Block-Einlagen. Vor allem die neuen mechanischen Gegenspieler verhalten sich im Gefecht sehr schlecht, aber dafür mit sehr amüsanten Wortmeldungen.

Fazit

Dishonored 2 ist eine unglaublich gelungene Fortsetzung, die vor allem ihre Stärken im Gameplay und der umfangreichen Welt ausspielt. Leider geht durch den Einsatz von zwei spielbaren Charakteren die Story etwas unter und auch die Gegner KI lässt einen meistens von reinen Schleich-Einlagen, auf ein Massaker umschalten, aber ansonsten hat Arkane Studios hier alles richtig gemacht und liefert einen der wohl besten Stealth-Titeln der letzten Jahre.

Wertungsbild 9,0Positiv

+ Umfangreiche Gameplay-Vielfalt durch zwei spielbare Charaktere

+ Fordernde Modi und Rätsel

+ Gelungene Spielwelt mit einigen Überraschungen

+ Unglaubliche Atmosphäre und Setting

Negativ

– KI wirkt weiterhin etwas schlecht balanciert

– Story geht etwas unter durch Fokus auf Gameplay-Vielfalt

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer