Destiny 2 PlayStation 4 Review – Destiny 1.5

Vor genau 3 Jahren haben wir unser Review zum ersten Teil von Destiny veröffentlicht. Seitdem wurde das Grundspiel um vier Add-Ons erweitert und jetzt steht schon der zweite Teil inklusive seinem ersten Raid in den Startlöchern. Ob uns die Neuerungen in Destiny 2 wirklich überzeugen konnten, könnt ihr wie immer hier im Review nachlesen.

Destiny hat endlich eine Story

Nach unzähligen Cutscene-Schnipsel und wahllos platzierten Anspielungen hat sich Entwickler Bungie in Destiny 2 dafür entschiedene eine Geschichte zu erzählen. Neben dem erfarmen von Loot und neuen bunten Gegenständen hat man jetzt auch die Rettung der Welt und das zurückerlangen der eigenen Fähigkeiten als Motivation. Den zweiten Punkt erledigt ihr zwar wenige Minuten nach Beginn der Kampagne, aber bis zum finalen Showdown bereits ihr dann doch einige “neue” Planeten und Schauplätze. Wie sehr die Entwickler wollten, dass ihr die neuen Gegenden erkundet zeigt das entfernen der Sparrows vom Start des Spiels. Die beliebten Fortbewegungsmittel aus dem ersten Teil erhaltet ihr mit etwas Glück im Laufe des Spiels oder regulär erst mit dem abschließen der Story (Level 20). Der Gedanke ist zwar sehr löblich aber in der Praxis macht es das erfüllen von den diversen Nebenquests noch ein Stück mühsamer und zögert nur die ohnehin schon relativ kompakte Spielzeit etwas hinaus. Im generellen Spielaufbau hat sich bis auf die gelungene Story-Premiere relativ wenig geändert. Nach guten 6 Stunden erreicht ihr das Ende der Geschichte und das reguläre Max. Level und seit danach angewiesen Nebenquests und Aufträge zu erfüllen um euer Power-Level hoch genug zu bekommen um die zwei (aktuell) schwersten Aufgaben zu meistern. Zum Nightfall Strike der mit Level 240 spielbar ist haben wir bereits einen Walkthrough auf unseren YouTube Channel veröffentlicht. Ansonsten gibt es auch noch vereinzelte Quests auf den diversen Planeten die ein Level von 260 empfehlen, aber weitaus einfacher und mit weniger Zeitdruck ausgestattet sind als der besagte Strike. Nach guten 2-3 Nächten bzw. 10-15 Stunden seid ihr also gut gerüstet für den Raid der am Mittwoch ins Spiel integriert wird. Für die neue Story muss man Bungie wirklich loben. Visuell macht das gesamte Spiel wieder einiges her und alleine der Voice-Cast im englischen Original kann bereits mit großen Serien/Filmproduktionen mithalten.

Cerealkillerz Destiny 2

Was machen Destiny Spieler jetzt genau bis zum Raid? Diese Frage hat uns bereits beim Start vom ersten Destiny Ableger beschäftigt und damals hatte Bungie noch einige Ungereimtheiten eingebaut inklusive fehlender Langzeitmotivation für Hardcore-Fans. In Destiny 2 hat man hier sehr gut auf das Fan-Feedback gehört und einige sinnvolle RPG-Elemente mit eingebaut. Loot lässt sich jetzt bis Level 266 und aufwärts sinnvoll wiederverwerten. Exotische Gegenstände bleiben euch in der Sammlung erhalten und lassen sich mit stärkeren legendären Gegenständen aufwerten, was eigentlich jeden aufgehobenen Gegenstand verwertbar macht. Jede Quest/Public Event/Story-Mission gibt euch entweder Tokens die ihr bei den Questgebern für Loot eintauscht oder liefert euch seltene/legendäre Gegenstände die ihr im schlimmsten Fall beim Waffenhändler verwerten könnt für weitere Gegenstände bis max. Level 266. Das verbesserte Loot-System und die endlich funktionierenden Public Events sind mit unter die besten Änderungen in Destiny 2. Weiterhin überzeugt wie auch schon im Vorgänger das präzise Waffenhandling und die Vielfalt an Upgrade-Möglichkeiten. Ihr bekommt jetzt auch laufend neue Waffen-Mods wo ihr jeder Waffe neue Fähigkeiten verleihen könnt oder sie zumindest um 5 Punkte aufwertet. Die Stärken von Destiny wurden hier im zweiten Teil sehr gut ausgespielt und um sinnvolle Features erweitert. Auch der PVP-Modus ist voll mit brauchbaren Loot und Herausforderungen. Leider ist hier die Map-Auswahl noch stark beschränkt, was sich hoffentlich in den nächsten Wochen noch bessern wird zusammen mit der Ergänzung des ersten Raids.

Cerealkillerz Review Destiny 2

Microtransactions Ahoi

Neben der Tatsache, dass Destiny 1 Spieler bis auf einen kurzen Abspann am Anfang und ein Emblem eigentlich ziemlich schnell abgefertigt wurden, bietet der zweite Teil jetzt oben drauf auch noch die allzeit beliebten Microtransactions. Pro Level-Aufstieg ab den maximalen Level von 20 erhaltet ihr seltene Belohnungen die teils eher kosmetisch zu sehen sind, aber dennoch einige vorteilhafte Effekte auf euren Charakter haben. Diese Belohnungen könnt ihr auch jederzeit mit Echtgeld kaufen und hier schleicht sich neben der Gier des Publishers leider auch eine seichte Art von Pay-to-win ein. Es ist natürlich weiterhin alles ohne Probleme erspielbar aber wir sind hier teilweise schon etwas am abdriften von reinen kosmetischen Upgrades. Destiny 2 baut zwar stark auf der guten Basis der letzten Add-Ons vom ersten Teil auf, schafft es aber nicht wirklich als ein vollwertiges Sequel durchzugehen. Nicht nur der Kern des Spiels ist quasi ident, sondern auch der Ablauf um die Spieler wieder einmal für weitere Add-Ons und jetzt eben auch Pay-to-win Content am Ball zu halten.

PS4 Pro Destiny 2

Nach dem erreichen von Level 272 den Abschluss aller Strikes, Quests, einigen PVP Matches, Public Events und der Geschichte von Destiny (Gute 12-15 Stunden) sieht man sich trotz einiger Optimierungen zum Kern-Ablauf des Spiels wieder gezwungen die selben Aufgaben ins unendliche zu absolvieren. Natürlich wird der kommende Raid wieder einiges von den Hardcore Destiny Fans abverlangen aber danach sieht es wieder einmal sehr leer aus rund um das Thema Endgame und Langzeitmotivation. Für Neueinsteiger ist Destiny 2 durch die vielen Verbesserungen der perfekte Einstieg aber Veteranen wird es wohl nach ewigen Patrouillen-Missionen und wiederholten Strike-Missionen schnell zu eintönig werden.

Fazit

Destiny 2 ist trotz bitterem Beigeschmack von Microtransactions und recycelten Abläufen eine solide Erweiterung des ersten Ablegers. Die Story ist visuell großartig aufbereitet und die vielen neuen RPG und Upgrade-Elemente verbessern nicht nur das Loot-System, sondern motivieren endlich mehr die verschiedenen Planeten genauer zu erkunden.

Positiv

+ Gelungene Story

+ Neue RPG-Elemente überzeugen

+ Sinnvolles Loot-System und motivierende Public Events

Negativ

– Grenzwertige Microtransactions

– Zu ähnlicher Spiel-Aufbau/Fehlende Endgame Motivation

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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