Dead Island: Riptide – PS3 Review

Story

Riptide fängt genau da an, wo Dead Island aufgehört hat: Mit dem erbeuteten Helikopter flieht ihr von Banoi Island und landet auf einem Schlachtschiff der Armee. Hier kommt es natürlich auch sofort zum Outbreak des aus dem ersten Teil bekannten Zombievirus – während ihr natürlich wieder dank etlicher Drogen im Delirium wandelt – der schnurstracks fast die gesamte Besatzung dahinrafft.

Schafft ihr es dann euch zur Brücke durchzukämpfen und den ersten Boss des Spiels zu vermöbeln, endet der Prolog damit, dass ihr an einer Insel mit Namen Palanoi angeschwemmt und von einer Überlebenden gerettet werdet.

Nun prügelt, tretet, stecht, schlagt und schießt ihr euch wie im Vorgänger durch die Überreste der Zivilisation, trefft auf altbekannte und auch neue Zombiearten (die für Lorefreaks sogar in einem eigenen Kompendium gesammelt und identifiziert werden), erledigt Quests und sammelt fleißig Gegenstände, um euch zu einem Stützpunkt der Armee durchzuschlagen und endlich von den zombieverseuchten Inseln zu fliehen.

Dead-Island-Riptide-Review-logo

Gameplay

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es keine großen Neuerungen, zwei seien aber genannt: Die größte Innovation ist John Morgan – ebenfalls Zombie-Virus-Immuner-Überlebender – der sich der Gruppe der Überlebenden als spielbarer Charakter anschließt und sich auf Hand-to-Hand Combat, also Faustwaffen und Tritte, spezialisiert.
Aus dem ersten Teil bleiben weiterhin Sam B (Stumpfe Waffen / Hiebwaffen), Xian Mei (Spitze Waffen / Stichwaffen), Logan Carter (Wurfwaffen) und Purna (Schusswaffen / Support).

Euch steht es frei, Dead Island-Spielstände in das Spiel zu laden, wodurch ihr euer Level und eure Skills behaltet, aber Geld und Inventar einbüßt, oder einen der 5 von Anfang an zu spielen. Von Anfang an bedeutet hier allerdings Level 15.

Neben dem neuen spielbaren Charakter gibt es eine zweite große Neuerung, die Abwechslung in das Spielgeschehen bringt: eine Art Castle Defence, in der ihr eure aktuelle Stellung befestigen müsst, um ein Story Event voranzutreiben (z.B.: eine Wasserpumpe pumpt überflutete Tunnel ab, der Lärm alarmiert Zombies).

Eure Überlebenschancen könnt ihr hier auf zwei Arten verbessern:
Einerseits gibt es mehrere Eingänge, die mit roten Wänden gekennzeichnet sind, an denen ihr Maschendrahtzäune anbringen könnt, die von den Angreifern erst einmal zerstört werden müssen und euch die Zeit geben, sie ohne Gegenwehr und in Sicherheit anzugreifen – nach einer Quest können sie auch zu Elektrozäunen geupgradet werden, die Anfangs immensen Schaden verursachen.

Andererseits könnt ihr nun über die Tab-Taste das Teammenü aufrufen, in dem nicht nur ihr und alle anderen Mitspieler angezeigt werden, sondern auch die NPCs der Überlebendengruppe, die mit euch reist, bzw. die immunen Helden-NPCs, die ihr nicht spielt.

2013-05-10_00001

Diese haben nun Quests für euch, wodurch ihr deren Level erhöhen könnt – bei den Helden sorgt dies für bessere Waffen, bei den Händlern für Preisnachlass und bessere Items im Shop. Beiden ist gemein, dass sie bei den Belagerungen effektiver helfen, je höher ihr Level ist.

Multiplayer

Das Herzstück des Spiels ist ohne Frage der Multiplayer. Mit drei Freunden oder wildfremden Personen durch die Gegend zu schnetzeln und sich gegenseitig zu helfen sorgt immer wieder für Adrenalinschübe.

Zu anderen Spielern zu connecten ist hier auch überaus einfach: ihr könnt über Steam, PSN oder XBL Freunde einladen, über die Game Lobby Leuten beitreten, die im Story im selben oder einem früheren Chapter sind,  diese können euch auch beitreten, wenn ihr Ingame seid – oder die effizienteste Methode: sollte sich ein Spieler in eurer Nähe aufhalten (was keine Auswirkungen auf euer Spiel hat), taucht oben rechts ein kleines Fenster auf: „Player XY“ is nearby, press ‚J‘ to join – wodurch ihr per Knopfdruck sofort in dessen Spiel wechseln könnt. Vorteil hierbei ist natürlich, dass – vorallem an Schlüsselpositionen – ziemlich sicher ist, dass die Spieler den selben Fortschritt haben und sich die Levelbereiche nicht zu sehr unterscheiden.

Über die Community des jungen Spiels kann man auch nicht viel schlechtes sagen. Natürlich gibt es ein paar Griefer, die euer Spiel joinen und versuchen euch zu behindern, aber davon kam mir persönlich nur ein Einziger unter (der auch sehr schnell gekickt wurde), während sehr viele andere hilfreiche und nette Verbündete waren. In den letzten Spielabschnitten fand ich noch mehrere deutschsprachige Spieler, die nicht nur taktisch versiert vorgegangen sind, sondern auch bereit waren bestimmte Gegenstände, die man für das Modden der Waffen braucht, zu verschenken, wenn sie denn nett gefragt wurden.
Im Gegensatz zu anderen Onlinespielen ist Dead Island also sehr einsteiger- und auch kommunikationsfreundlich.

Der einzige Minuspunkt für den Multiplayer findet sich beim Voicechat. Es gibt kein Push-To-Talk, sodass, solltet ihr ein Headset/Mikro angesteckt haben, dieses permanent ingame sendet. Viele Spieler vergessen dies, bzw. ist es ihnen nicht bewusst, sodass es vorkommen kann, dass ihr statt kreischenden Zombies nur noch Umgebungsgeräusche von Spieler X hört.

Was uns besonders gefallen hat

Der Sucht- und Sammelfaktor ist ganz groß und fesselt für Stunden an den Bildschirm. Es gibt viele Sidequests zu erledigen, die Spielwelt ist sehr groß und es macht Spaß sie zu erkunden und versteckte Goodies und Eastereggs zu finden.
Seit dem ersten Teil machen die Charaktere eine realistische Veränderung durch: vom anfänglichen „Warum bin ich hier“ und zum abgestumpften Veteran. Während euer Charakter also am Anfang noch ein paar Sätze von sich gibt, nachdem ihr einen Zombie erledigt habt, tritt dies später nur noch selten bis gar nicht ein.

Das Kampfsystem läuft sehr flüssig und bietet auch noch die Möglichkeit zwischen Analog und Digital umgeschaltet zu werden, was Vor- und Nachteile für verschiedene Charaktere und Kampfsituationen betiet.

Was uns nicht so gefallen hat

Voice Chat. Gebt uns Push-To-Talk!
Der Respawn gehört auf jeden Fall reguliert. Dass Zombies wieder da sind, wenn ihr das Game restartet oder nach einer halben Stunde wieder an einen Ort kommt ist verständlich, aber nach wenigen Minuten? Die vermehren sich ja schneller als Karnickel.

Der größte Minuspunkt: Das Game verhält sich statt Standalone eher wie ein Add-On. Es gab keine großen Verbesserungen bei Grafik oder Gameplay.

Fazit

Für Freunde des Metzelns und Sammelns unbedingte Kaufempfehlung. Fans des ersten Teils werden auch hier auf ihre Kosten kommen, sei es durch das Weiterführen der Story oder dadurch, dass sich Riptide genau wie der erste Teil spielt.

Wer Probleme mit dem Vorgänger hatte, wird diese auch hier finden.

20130425_135559

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

Blogheim.at Logo