Dark Souls Beyond the Grave Review – Die Analyse eines Meisterwerks

Die Souls-Reihe hat sich mit ihren unzähligen Ablegern bereits einen Namen machen können und erreicht immer mehr neue Abenteurer die sich an den fordernden Action-RPGs versuchen wollen. Beyond the Grave von Third Editions durchleuchtet die gesamte Entstehung der Reihe bis hin zu Dark Souls 2 und zeigt vor allem sehr detailliert wie schwierig es das Team rund um Hidetaka Miyazaki anfangs hatte.

Beyond the Grave Cover Art Cerealkillerz

Die Geschichte hinter der Entwicklung

Um vor allem Neulinge etwas auf den Umfang der Souls Ableger vorzubereiten beschreiben die ersten Hundert Seiten des Buches die Entstehungsgeschichte von Demon’s Souls, Dark Souls, Dark Souls 2 und geht sogar etwas auf den Absprung von Miyazaki bei Dark Souls 2 zu Project Beast alias Bloodborne ein. Das Entwickler-Team von FromSoftware hatte es nicht immer so leicht bzw. hat immer einen etwas unkonventionellen Weg bei der Entwicklung ihrer Spiele gewählt. Von King’s Field über Spiele wie Shadow Tower, Kuon oder auch Armored Core waren die Reaktionen der Gamer immer etwas durchgemischt. Das Theme hinter den Titel blieben meistens relativ gleich und mit der damaligen Aufgabe von Sony an Miyazakis Team einen Konkurrenz-Titel zu The Elder Scrolls IV: Oblivion zu kreieren waren alle Wege gelegt für Demon’s Souls. Sony stand aber nicht immer durchgehend hinter dem Projekt (wie man im Buch näher nachlesen kann) und auch die ersten Reaktionen auf der Tokyo Game Show 2008 waren nicht gerade vielversprechend. Erst durch die ersten Erzählungen von Spielern über den anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad des Titels und den ersten Awards von einigen Medien hat man den gewollten Durchbruch geschafft. Atlus bzw. in späterer Folge auch Bandai Namco waren sehr an der Portierung des Titels für die restlichen Märkte (US/EU) interessiert und haben dann erst wirklich der Serie zu ihrem späteren weltweiten Erfolg verholfen. Beyond the Grave geht hier wirklich sehr genau ins Detail und behandelt nicht nur generelle Geschehnisse zur Entwicklung der Serie, sondern enthält auch interessante Interview-Passagen von damals mit diversen Medien und eben auch Miyazaki selbst. Auch Souls-Fans werden hier überrascht sein was für externe Einflüsse die Entwickler dazu gebracht haben die einzelnen Schauplätze und Charaktere so aussehen zu lassen, wie sie heute noch im Spiel zu finden sind.

Eine Story die nicht immer leicht zu verstehen ist

Direkt danach versucht das Buch ein etwas schwierigeres Unterfangen, wo bereits viele davor gescheitert sind. Einer der vielen Querverweise unter den Quellenangaben für die Recherche ist unter anderem der Youtuber Vaatividya der sich in seinen aktuell gut 200 Videos rein mit der Souls-Reihe und ihren vielen Story-Eigenheiten auseinandersetzt. Eine wirklich durchgängige Geschichte wird aber leider auch im Buch nicht aufgebaut sondern eher eine recht strikte Analyse aller vorhandenen Charaktere, Gegenstände und Hinweise die einem die Begegnungen im Spiel liefern. Für Fans der Serie die alle Teile durchgespielt haben mag diese Art von Guide zwar recht hilfreich sein um die eigenen Theorien zu sammeln, aber für generelle Leser könnte auch dieser Versuch leicht abschreckend wirken. Die vielen Verweise in die hinteren Bereiche des Buches und die unzähligen NPC-Erwähnungen machen es auch nicht wirklich leichter der Geschichte im Buch zu folgen. Etwas störend war auch die verwendete Schriftart für Zitate aus den Cutscenes oder Beschreibungen im Spiel. Hier hätte man auch eine etwas leichter lesbare Variante wählen können um die Stimmung der Szene im Spiel einzufangen. Ansonsten überzeugt der Aufbau und die gewählte Struktur des Buches absolut. Vor allem gegen Ende wird nochmals jeder einzelne Bereich der Serie genau beschrieben und selbst die Musik der einzelnen Teile findet mit einem eigenen Kapitel gebührend Erwähnung.

Als Fan der Serie wird man vor allem die vielen Hintergrund-Infos und Aussagen der Entwickler zu schätzen wissen. Der starke Einfluss des Mangas Beserk oder auch die architektonischen Vorlagen für viele Schauplätze konnten großteils während dem lesen überraschen. Bei einer so umfangreichen Serie ist es auch immer wieder gut an die Ursprünge zurückzukehren und bei den vielen Ungereimtheiten die man als Souls-Fan miterleben musste (FPS Probleme/Entfernung der Lichteffekte um die Performance zu retten) hilft Beyond the Grave mit vielen Einblicken in die Entwicklung und die Schwierigkeiten auf die FromSoftware immer wieder gestoßen ist. Vor allem die erste Xbox 360 Portierung von Dark Souls und der PC Port von Dark Souls 2 wird hier näher unter die Lupe genommen.

Ansonsten bietet die Hardcover Ausgabe des Buches alles was man sich als Fan wünschen würde. Die Kapitel sind sehr gut von einander getrennt mit eigenen Symbolen und Cover-Arts aus dem Spiel und von außen macht das Cover auch einiges her. Auf der Rückseite findet sich auch ein netter Hinweis der Fans der Serie bekannt sein dürfte:

You Died Dark Souls Buchcover Cerealkillerz

 

Ich habe meine Zeit mit den 304 Seiten sehr gut genossen, obwohl es das Material hinter der Serie selbst den Herausgebern und beteiligten Autoren nicht immer leicht gemacht hat alles spannend in Buchform zu bringen. Wer die Geschichte hinter der einzelnen Souls Ableger näher verstehen will oder einen tiefen Einblick in die Entstehung der einzelnen Spiele bekommen will, wird mit diesem Buch zwar nicht den einfachsten Einstieg bekommen, aber dafür einen der umfangreichsten.

Beyond the Grave ist aktuell nur in der originalen englischen Sprachausgabe direkt bei Third Editions oder auch hier erhältlich.

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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