Battleborn PS4 Review – Borderlands trifft auf noch mehr Chaos

Wie wir bereits berichtet haben, ist Borderlands 3 schon so gut wie in Entwicklung. Ob sich Borderlands Fans die Zeit bis zum Release mit Battleborn vertreiben sollten, könnt ihr hier bei uns im Test nachlesen.

Das Jahr der MOBA-Shooter

Wie wir letztes Jahr auf der E3 noch mit den Entwicklern von Gearbox über Battleborn gesprochen haben, klang das ganze noch nach einer wirklich vielversprechenden Idee. Das Studio hat bereits mit Borderlands bewiesen, dass sie in der Lage sind unübliche Genre-Kombinationen gut umzusetzen. Nachdem jetzt aber der Release auf den 3. Mai verschoben wurde und bereits Paragon, Paladins, Overwatch und Lawbreakers in den Starlöchern steht, wird es wirklich schwer Spieler dazu bewegen, noch zusätzlich einen Season Pass zu kaufen und generell dem Titel eine Chance zu geben. Am einfachsten wäre es wohl, wenn wir erstmal darauf eingehen was Battleborn besser oder einfach anders gegenüber seinen zahlreichen Konkurrenten macht.

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In Battleborn bekommt ihr neben 3 Multiplayer Modes auch die Möglichkeit, mit bis zu 5 Spielern die 8 Story Missionen abzuschließen. Hier kommt bereits das erste Manko für einen großteil der Spieler. Die Story Missionen lassen sich zwar schön in der Reihenfolge abspielen, aber nur alleine und das auch noch ohne KI Unterstützung. Also läuft ihr durch dasselbe Level komplett alleine und auch die Gegner wirken sehr wenig darauf angepasst, dass ihr eigentlich versucht alleine die Mission zu spielen. Der Multiplayer (Co-Op) Aspekt ist zwar lobenwert, bringt aber eigentlich nur noch mehr Chaos in den Mix. Es können Spieler mit beliebigen Levels joinen und auch jederzeit die Mission verlassen. Was durch die fehlende KI bedeutet: Die Mission wird automatisch beendet oder ihr müsst aufgeben, da sich das Spiel einfach viel zu wenig darauf anpasst, dass ihr weniger geworden seid. Die Missionen liefern zwar den üblichen Humor aus der Borderlands Serie, sind aber immer wieder ein „Erobere Punkt A und verteidige den Punkt“ Spielchen. Der großteil der Geschichte bzw. euer Missions-Briefing wird durch wiederholende Animationen erzählt und außer einer animierten Cutscene, bietet die Story wenig visuelle Überraschungen.

Weniger ist mehr?

Wer nach dem chaotischen „Story“ Part noch Lust auf mehr hat, kann sich auf den Multiplayer von Battleborn stürzen. Hier gibt es 3 verschiedene competitive Modes, wobei jeder einzelne gerade mal 2 Karten enthält, was uns gesamt auf ganze 6 verschiedene Maps im Multiplayer kommen lässt. Euer Spielspaß hängt wie auch schon im Story Part durchgehend von euren Mitspielern ab. Man kann zwar in den Multiplayer Modes dann alleine doch sehr viel herumreißen, aber es bleibt über das gesamte Spiel der competitive-Faktor erhalten. Die einzelnen Karten sind wirklich gelungen und vor allem der Incursion Modus und Meltdown ist eine wirklich gelungene Umsetzung vom klassichen MOBA Setting auf eine First-Person Ebene, wie es auch schon die Macher von SMITE mit Paladins versucht haben. Auch das Matchmaking und die Ladezeiten sind in Ordnung, nur fehlt auch im Multiplayer wieder einmal der Einsatz von Bots. Wie in den meisten MOBA’s reicht eine Person die sich spontan entscheidet, mal das Spiel zu verlassen oder einfach nicht am Kampf teilzunehmen um das Spiel für euer Team chancenlos zu machen. Es gibt zum Glück wie auch bereits in League of Legends und anderen MOBA’s, die Möglichkeit das Spiel aufzugeben. Hier muss lediglich ein großteils des Teams mit dem Options Button abstimmen.

Battleborn CK Screen 1

Was Battleborn wirklich auszeichnet, ist die großartige Charakter Vielfalt. Wer bereits Borderlands gespielt hat, wird einige Designs wiedererkennen und auch zum Beispiel die Synchronsprecher-Stimme von Tiny Tina, die jetzt für die Magierin: Orendi, wieder zum Leben erweckt wurde und durchgehend mit verrückten Sprüchen begeistern kann. Auch die Balance zwischen den Charaktern ist sehr gelungen. Es ist uns nicht wirklich ein große Lücke zwischen manchen Charakteren aufgefallen. Ein Charakter wie Orendi ist zum Beispiel leichter zum steuern als Thorn, dafür macht die Bogenschützing weit aus mehr Schaden, wenn man dann mal regelmäßig trifft und ihre Fähigkeiten richtig einsetzt.

Battleborn CK Screen 2

Auch die RPG Elemente von Battleborn sind sehr gelungen. Ihr habt die Möglichkeit durch das öffnen von Loot Packs neue Gegenstände freizuschalten, die ihr durch Einsatz von gesammelten Kristallen im Match einsetzen könnt um euch diverse Buffs zu geben. Dadurch kommt neben den Geschützen und Heilstationen, auch noch eine etwas spontane Komponente ins Spiel, die noch einiges an Taktik ins etwas chaotische Gameplay bringen kann.

Fazit

Die Macher von Borderlands haben sich mit Battleborn dieses mal leider ein wenig mit dem Genre-Mix übernommen und in einigen wichtigen Bereichen einfach zu sehr am Inhalt gespart. Mit dem richtigen Team lassen sich einige spaßige Stunden aus Battleborn holen, aber ansonsten bietet der Titel leider zu wenig um euch motiviert zu halten und wiederholt sich sowohl im Story Part, als auch im Multiplayer zu schnell und vor allem zu oft. Von uns gibts es nur bedingt eine Empfehlung, da der Titel doch sehr speziell ausgefallen ist.

Wertungsbild 7,5

Positiv

+ Borderlands Humor zieht sich durchs gesamte Spiel und Charakter Design

+ Hohe Charakter-Vielfalt

+ Interessante MOBA Ansätze bei Incursion und Meltdown

Negativ

– Story Part zu chaotisch aufgebaut und lässt sich nicht mit Bots spielen

– Gerade mal 6 verschiedene Multiplayer Karten bzw. sogar nur 2 pro Modus

– Ein Großteil der Charaktere müssen erst in-game freigeschalten werden

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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