Assassin’s Creed Syndicate PS4 Review

Was wäre ein Gaming-Jahr ohne einen neuen Assassin’s Creed Ableger? Ubisoft hat einiges aus dem letzten Ableger gelernt und setzt jetzt mit Syndicate wieder auf eine reine Singleplayer-Experience mit weniger Online Features. Ob das alleine reicht um den Ruf der Assassin’s Creed Reihe wiederherzustellen?

Ein wunderschönes London inklusive Geschichtsunterricht

Die zwei Punkte, die bisher jeder Assassin’s Creed Ableger hinbekommen hat: Eine detaillierte und vor allem lebendige Umsetzung einer Stadt und den passenden geschichtlichen Background. London in der industriellen Revolution, ist der perfekte Spielplatz für ein modernes Assassin’s Creed. Zum ersten mal spielt ihr jetzt mit Evie und Jacob Frye gleich 2 Assassinen, nur wirklich sinnvoll umgesetzt wurde das Ganze nicht. Beide Charaktere wirken in der Story eher als Nebendarsteller und auch ihre Skill-Sets sind praktisch dieselben. Jacob hat ein paar eigene Kampf-Fertigkeiten und Evie bekommt gegen Ende ein paar nette Stealth-Fähigkeiten. Ansonsten vergebt ihr bei beiden exakt dieselben Skills. Hier hätte man ruhig wieder Gameplay und Story-technisch auf einen Charakter setzen können. Ein weiterer schlecht umgesetzter NPC wäre wohl nicht aufgefallen, was uns zum nächsten Manko von Syndicate führt. Auch im neuesten Assassin’s Creed Ableger reagieren die unzähligen NPC’s noch sehr sporadisch oder teilweise gar nicht. Zivilisten sehen euch beruhigt beim morden zu und verhalten sich viel zu unnatürlich. Auch die Gegner bieten noch weniger Challenges für erfahrene Assassin’s Creed Spieler. Das Kampfsystem erinnert immer mehr an die Batman Ableger von Rocksteady Studis, nur leider mit weniger Gegner Vielfalt. Im Prinzip trefft ihr das gesamte Spiel über auf 2 Gegner Gruppen im Nahkampf und Gegner mit Fernkampfwaffen.

Assassin's Creed® Syndicate CK Screen 1

Never go full GTA

Falls ihr immer schon mal Leute aus Kutschen schmeißen wolltet, ist Syndicate das absolut richtige Game für euch. Neben mehreren spielbaren Charakteren, hat sich der neueste Assassin’s Creed Ableger nämlich auch Fahrzeug-technisch ein wenig von GTA und co. abgeschaut. Die Straßen von London sind belebt durch Fußgänger und auch richtigen Kutschen-Verkehr. Pferde sind in Syndicate zum Glück unzerstörbar, somit könnt ihr mit Vollgas herum-cruisen und einfach alle Laternen und co. niedermähen. Durch die breiteren Straßen haben sich auch die Häuser Abstände etwas vergrößert, was die Entwickler mit einem neuen Spielzeug gelöst haben. Evie und Jacob haben nach den ersten Spielstunden einen Enterhaken zur Verfügung, mit dem ihr leichter Häuser-Lücken überbrücken könnt und auch endlich schneller auf höhere gelegene Stellen kommt.

Assassin's Creed® Syndicate CK Screen 2

Nachdem ihr die Story von Syndicate abgeschlossen habt (was euch ca. 10-15 Stunden kosten wird) habt ihr noch einige Nebenquests zum absolvieren. Die typische Eroberung von Festungen wurde durch besetzte Gebiete von London ersetzt. Ihr müsst über die gesamte Karte verstreut Kinder aus der Gefangenschaft befreien, Gegner ausschalten oder Bosse kidnappen. Sobald ihr das Gebiet erobert habt, gibt es einen Gang War, der leider auch immer wieder dasselbe ist. Boss ausschalten, zurück ins Gebiet und 20 Gegner ausschalten. Das Ganze wird dann noch um Aufträge der Story relevanten Charaktere und Kleinigkeiten wie Fight Clubs, Pferde Rennen und die üblichen Schatzsuchen erweitert. Falls ihr wirklich alles abschließen wollt, kommt ihr dieses mal sicherlich auf 30+ Stunden Spielzeit. Zu viel Abwechslung kommt es aber leider selten bei den Nebenquests.

Grafik und Performance

Die Entscheidung der Entwickler, alle Multiplayer Komponenten zu streichen, tut zumindest der Performance des Spiels sehr gut. Bugs oder Frame Rate Einbrüche sind uns so gut wie nie untergekommen. Falls euch 20+ Gegner als die Kehle wollen in einem Gang War, kann es zu leichten ruckeln kommen, aber ansonsten liefert Syndicate eine deutliche bessere Leistung als Unity. In Sachen Grafik hat sich Syndicate nicht unbedingt viel gesteigert. Unity sah schon großartig aus und auch in Syndicate überzeugen vor allem die bekannten Attraktionen von London wie Big Ben oder auch die Tower Bridge die sogar in (möglicher Spoiler) verschiedenen Zeitepochen vorkommt.

Assassin's Creed® Syndicate CK Screen 3

Fazit

Assassin's Creed Syndicate erfindet leider nicht das Rad neu, bietet aber alles was sich Assassin’s Creed Fans wünschen würden und lernt noch dazu aus den Fehlern, die bei Unity gemacht wurden. Die Integration eines zweiten Assassinen wirkt zwar etwas unnötig in Sachen Gameplay/Story und auch die unzähligen NPC’s hätten etwas mehr Tiefe vertragen können, aber ansonsten bekommt ihr in Syndicate einen großartigen Open World Singleplayer Titel, der euch zumindest 10-15 Stunden in einem detaillierten London unterhalten wird.

Assasin’s Creed Syndicate ist ab 23. Oktober für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Wertungsbild 8,5

Positiv

+ Großartige Open World und Setting

+ Unmengen an Nebenquests

+ Neue Gameplay Mechaniken

+Fokus auf Singleplayer bringt bessere Performance

Negativ

– Ein interessanterer Hauptcharakter wäre sinnvoller gewesen als zwei fast idente

– NPC’s und Gegner KI wieder mal schwach ausgefallen

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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