Assassin’s Creed Origins Hands-On-Event – Nicht nur aus der Geschichte dazugelernt

Nach dem letzten großen Ableger der Serie (Assassin’s Creed Syndicate) und einer wohl verdienten Pause erscheint am 27.Oktober das neue Assassin’s Creed Origins. Im Gegensatz zu unserer letzten Anspiel-Session auf der E3 2017, wurden wir jetzt gute 3 Stunden mit dem Titel alleine gelassen und konnten auch Narrative Director Matthew Zagurak (Ubisoft Montreal) einige Fragen zum Spiel stellen.

Assassin’s Creed neu erfinden

Die Entwickler wollen in Origins nicht nur die Anfänge der Serie durchleuchten, sondern auch wieder frischen Wind in die diversen Bereiche des Spiels bringen. Mit Ägypten hat man hier auf jeden Fall mit 3000 Jahren an Geschichte genug Material zum arbeiten. Entschieden hat sich letzten Endes für 49 v. Chr. also quasi das Ende des antiken Ägypten. Wir treffen daher auf Gaius Julius Cäsar, Kleopatra und unzählige andere Fraktionen die in dieser Epoche eine tragende Rolle spielen. Ihr spielt Bayek der logischerweise dieses mal nicht gegen den Templerorden antreten muss, sondern gegen den Orden der Ältesten. Auf den ersten Blick wirkt auch Origins sehr klassisch für die Serie, aber bereits bei einem ersten Blick auf die Karte des Spiels sieht man viele Elemente der Vorgänger kombiniert in Szene gesetzt. Die größe der Karte beträgt 1:1 dieselbe Fläche wie in Assassin’s Creed: Black Flag nur ohne Meer. Wer bisher die Reihe für ihre gut recherchierten geschichtlichen Hintergründe gespielt hat, sollte den frisch angekündigten Discovery Tour Modus im Auge behalten. Als gratis Download wird er per Update Anfang 2018 nachgereicht und soll ohne Einfluss auf das Hauptspiel eine spannende Entdeckungstour durch die Welt von Origins bieten ohne spielerische Herausforderungen. In der Praxis wird es wohl wie ein Audio-Guide ausfallen der euch interaktiv durch die 3D-Welt begleitet. Ihr könnt euch vor dem Beginn der Tour einen Charakter wie Julius Cäsar auswählen und seid dann Tourist in der interaktiven Welt. In unserem Interview mit Matthew wurde uns auch bestätigt, dass hier aktuell keine Pläne vorliegen so eine Möglichkeit für ältere Assassin’s Creed Ableger nachzureichen, da man das Hauptspiel davor komplett neu aufbauen müsste.

Discovery Tour Early 2018 Origins

Deutlich mehr Action und ein verbessertes Crafting-System

Wer einen Teil der Far Cry Reihe hinter sich gebracht hat, weiß wie gefährlich manche Wildtiere im Spiel werden können. In Assassin’s Creed Origins hat man sich hier etwas abgeschaut und neben den üblichen süßen Kätzchen die sich (teilweise) in Massen um eure Beine schlingeln, gibt es auch Krokodile und Nilpferde, die mit unter zu den zähsten Gegnern gehören, denen wir in unserer Session begegnet sind. Vor allem weil sich die KI hin und wieder mal gegenseitig abgeschossen hat, aber auch solche Sachen gehören zu einem Open World Titel nun mal dazu. Bayek steht ein sehr umfangreiches Waffen-Arsenal zur Verfügung mit unter anderem: Pfeil und Bogen, Säbel, Schilde und auch doppelte Schwerter. Interessant hierbei ist, dass die diversen Nahkampf-Waffen eigene Super-Angriffe erzeugen können. Wenn ihr die Energie-Leiste weit genug gefüllt habt, lässt sich hier entweder ein starker Sprung-Angriff auslösen oder auch eine begrenzte Stärkung eurer Angriffe. Die verschiedenen Möglichkeiten an Fernkampf und Nahkampf-Waffen und vor allem die intuitive Menüführung innerhalb und außerhalb eures Inventars hat uns hier bereits nach wenigen Minuten überzeugen können. Die Masse an Neuerungen die uns hier nach den ersten Stunden mit dem Spiel untergekommen sind, biete eine sehr solide Basis für den Erfolg des fertigen Spiels. Wirklich etwas komplett Neues war zwar eher nicht mit dabei, aber die einzelnen Elemente wussten bereits in Titel wie Destiny, Far Cry oder eben auch in älteren Assassin’s Creed Teilen zu überzeugen und wurden hier gekonnt implementiert. Gerade die Entscheidungsfreiheit die man aus der Reihe kennt, wurde in allen Bereichen deutlich interessanter gestaltet.

Assassins Creed Origins Inventar Screenshot

Das Crafting ist durch die starken Level-basierten Gegenstände sehr essenziell geworden und borgt sich auch hier einiges von der Far Cry-Reihe aus. Tiere und Gegner werfen Materialien ab die ihr zum upgraden eurer Ausrüstung, Nah/Fernkampfschaden als auch maximalen HP und Größe eurer Beute-Tasche einsetzen könnt. Sobald ihr genug von den passenden Gegenständen gesammelt hab, müsst ihr nur im Inventar einen Button kurzzeitig halten und schon ist das Upgrade fertig. Händler sind hier eher nur für das kaufen der Materialien, neuen Waffen oder auch Reittieren und Outfits notwendig.

Triple Bogen AC Origins

Preview-Fazit

Wo Origins wirklich überzeugt sind die kleinen Details in dieser riesigen und umfangreichen Open World. Bayeks Stimme reagiert auf bestimmte Outfits, was in der Praxis heißt, dass alle Dialoge anders klingen wenn ihr als Beispiel vermummt unterwegs seid. Ihr könnt jetzt alle Leichen nicht nur tragen/looten sondern auch vergiften um euch einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Eskort-Missionen sind endlich wieder spannender ausgefallen und auch die KI wirkt zumindest etwas auf die neuen Gameplay-Elemente angepasst.

Wir konnten zwar bisher nur wenige Stunden von Origins erkunden, aber die bisherigen Eindrücke sind absolut vielversprechend. Die Welt sieht großartig aus, Nebenquests wirken deutlich intensiver in die Geschichte eingebaut und bieten endlich etwas mehr Anreiz durch nützliche Belohnungen und man hat sich sehr viele sinnvolle Elemente aus anderen Spielen ausgeborgt um der Serie wieder einen frischen Anstrich zu verpassen. Der Action-RPG Part könnte zwar noch etwas an Feinschliff vertragen, aber durch den gelungenen Inventar-Aufbau und das umfangreiche Skill-System könnte Origins dieses Mal wirklich einen großen Sprung in der Geschichte von Assassin’s Creed machen.

Assassin’s Creed Origins erscheint am 27. Oktober 2017 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

 

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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